Die wichtigste Krise im Saarland? (#77)
Shownotes
Die Saarbrücker Zeitung schreibt: „Die Krisen des Saarlandes sind sein Geschäft.“ Ein Satz, der bei Dr. Thorsten Klein hängen geblieben ist. Nicht wegen der Schlagzeile. Sondern wegen der Frage dahinter: Warum brauchen Unternehmen heute überhaupt immer häufiger Krisenkommunikation? In dieser Folge geht es nicht um Schlagzeilen. Sondern um das Schweigen dahinter. Um Geschäftsführer, Unternehmer und Führungskräfte, die unter Dauerbeschuss stehen. Fachkräftemangel. Transformation. Liquiditätsdruck. Politische Unsicherheit. Wirtschaftliche Müdigkeit. Und gleichzeitig sollen genau diese Menschen Stabilität ausstrahlen. Doch wer stabilisiert eigentlich die Entscheider selbst? Thorsten Klein spricht über Isolation in der Führung, über Meetings ohne Klarheit, über Kommunikation als Taktik statt Wahrheit — und darüber, warum echte Gespräche auf Augenhöhe heute zu einem wirtschaftlichen Erfolgsfaktor geworden sind. Außerdem erklärt er, warum er New Waves Saar gegründet hat: keinen klassischen Netzwerktermin, sondern einen geschützten Raum für ehrliche Gespräche unter Entscheidern. Eine Folge über Verantwortung, Einsamkeit, Vertrauen — und die Frage, warum Regionen nur dann gewinnen, wenn Unternehmer wieder anfangen, offen miteinander zu reden.
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00:00:05: Redest du noch oder wirkst Du schon?
00:00:07: Ich bin Torsten, Krisenmanager, Kommunikationsexperte und Störenfried für weichgespülte Wurthöse.
00:00:14: Kommunikation macht Einfluss – ist der Podcast für alle die nicht länger drum rumreden möchten!
00:00:21: Klartext statt Smalltalk Willkommen statt Show und Blabla Los geht's.
00:00:32: Die Krisen des Saarlandes sind sein Geschäft Hat dieser Brücker Zeitung dieser Tage getitelt und meint damit mich.
00:00:41: Und das ist ein Satz, der hat mir in der Tat zum Nachdenken gegeben.
00:00:47: Ich bin immer noch sehr angetan was denn alles so in einer Zeitung über mich geschrieben wird.
00:00:56: Mich macht aber noch mehr nachdenklich.
00:00:59: Was den Boden dafür ist dass wir überhaupt Krisen nachdenken müssen.
00:01:08: Ja, Krisen gab es schon immer.
00:01:09: Krisen wird auch immer noch geben.
00:01:11: was mich aktuell aber wirklich beschäftigt ist eher ich habe den Eindruck dass die wichtigsten Gespräche nicht stattfinden.
00:01:20: mit den wichtigsten gesprächen meine ich das die Unternehmerinnen und Unternehmer dass die Führungskräfte das die Entscheider nur noch funktionieren.
00:01:31: Sie stehen ja unter Dauerbeschuss.
00:01:34: Sie sind im Dauerfeuer von, wo finde ich Mitarbeiter, Stichwort Fachkräfte?
00:01:41: Wie funktioniert das mit dieser Transformation?
00:01:44: Wie komme ich von A nach B?
00:01:47: Wie ist das mit der Energiepolitik?
00:01:49: Wie teuer wird das alles noch die Inflation?
00:01:51: Wer gibt überhaupt noch Geld aus?
00:01:53: Wer investiert noch?
00:01:54: Wer ist noch bereit in diesem Standort zu vertrauen?
00:01:58: Was passiert politisch gesehen?
00:02:01: Wir nehmen wahr, dass im Osten eine Partei ganz rechten Rand immer stärker wird und Richtung absoluter Mehrheit unterwegs ist.
00:02:10: Wie ist es mit der Liquidität im eigenen Hause?
00:02:14: Ich habe gerade am Wochenende noch ein Gespräch gehabt, mit dem man ja sagt ich könnte das alles umsetzen.
00:02:20: mir fehlt nur die Liquidität.
00:02:23: also wir leben unter Dauerbeschuss als Unternehmerinnen und Unternehmer was ihr auch nicht ganz verwunderlich ist.
00:02:32: Denn die Regionen, in der wir hier leben – ich melde mich aus Saarbrücken – hat ja derzeit enorme Spannungen.
00:02:41: Wir haben die Transformation der Industrie.
00:02:45: Man könnte auch sagen, die Deindustrialisierung ist mitten im Fortschritt.
00:02:50: Wir habe eine große Unsicherheit im Mittelstand.
00:02:52: Auch dort ist eine Zurückhaltung zu spüren in Sachen Investitionen.
00:02:58: Wir haben vielleicht so etwas wie eine wirtschaftliche Müdigkeit und eine politische Frustration.
00:03:06: Was leiten wir daraus ab?
00:03:07: Eine fehlende Zuversicht!
00:03:09: Und ich habe den Eindruck, dass immer mehr Unternehmerinnen sich isolieren.
00:03:16: in ihrem Fokus, dass sie auf das achten was gerade im Tagesgeschäft alles zu tun ist.
00:03:23: Sie sind froh wenn die BWA am Ende des Monats noch einigermaßen positiv ausschaut und bei genau diesen Situationen wird von den Entscheidenden eine Stabilität erwartet.
00:03:42: Sie sollen die Zuversicht ausstrahlen, sie sollen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch eine Sicherheit geben.
00:03:50: Aber ich frag mich dann wer stabilisiert denn eigentlich die Entschalter- und Führungskräfte selbst?
00:03:58: Ich habe nämlich den Eindruck Verantwortung macht einsam.
00:04:02: auch das hat dieser Brücker Zeitung beschrieben nämlich dass sich davon überzeugt bin dass der Chef im Laden die ärmste Sau ist weil dort nie die ganze Wahrheit ankommt.
00:04:15: Und mit wem soll er sich denn auch austauschen?
00:04:18: Mit wem bespricht er denn welche Themen?
00:04:22: Es gibt Themen, die besplicht man nicht mit seinem Partner oder seiner Partnerin zu Hause – auch nicht mit den Kindern oder mit den Eltern!
00:04:30: Nicht mit den Arbeitskolleginnen und mit den Arbeitskollegen!
00:04:34: Auch nicht mit Freunden!
00:04:35: Mit wemen denn dann
00:04:36: sonst?!
00:04:37: Ich nehme wahr das Geschäftsführer zu selten offen sprechen, vielleicht auch deshalb weil sie niemanden haben für ehrliche Gespräche.
00:04:49: Ich mache ja bei mir im Wohnzimmer einen Salon-Trillerkopf und ich weiß noch wie Sven sich verabschiedet hat und hat gesagt ich habe zum ersten Mal mit Menschen hier zusammen gestanden auf Augenhöhe und ich musste nicht darauf achten was ich jetzt genau sage.
00:05:11: Ja, das ist richtig.
00:05:14: Genau diese Situationen brauchen wir denn.
00:05:18: im Unternehmen selbst ist doch klar jeder spielt seine Rolle, jeder macht genau das was von ihm erwartet wird.
00:05:24: Wirkliche Offenheit findet dann nur noch selten statt.
00:05:29: also viele Unternehmer haben kein Wissensproblem sondern ich nenne es mal haben ein Gesprächsproblem.
00:05:37: warum echte Gespräche denn verschwinden?
00:05:42: auch recht naheliegend.
00:05:45: Kommunikation ist dann schon eher sowas wie Taktik, wir achten sie ja auf die Außendarstellung, Social Media lässt grüßen.
00:05:54: dort findet Ehrlichkeit auch nicht immer statt.
00:05:59: ich weiß noch als meine Professorin im Zuge meiner Magisterprüfung gesagt hatte ich habe mir mal angeguckt was die dort alles in diesen sozialen Netzwerken von sich preisgeben, Mann und Mann sind das alles tolle Typen.
00:06:19: Und sie hat dann... sich gespart auf einzelne Typen einzugehen die sie aus dem Studium kennt.
00:06:28: Ich nehme wahr dass die politische Kommunikation die wir so erleben durchaus auch in Unternehmen überschwappt.
00:06:41: Was meine ich damit?
00:06:43: Wir haben viel zu viele Formulierungen statt Klarheit.
00:06:47: Wir haben mehr Absicherung statt Haltung und wir haben viel so viele Meetings statt Entscheidungen.
00:07:00: Die meisten Meetings nämlich erzeugen keine Klarheit, sondern sie verwalten eher Unsicherheit.
00:07:07: Und Unternehmer reden dort gerne dann über Zahlen aber nicht mehr über Druck und zwar über den Druck, indem sie drin stecken.
00:07:20: Ich selbst beobachte in meiner täglichen Arbeit das Krisen oft wegen fehlender Gespräche eskalieren und dass Konflikte oft zu spät angesprochen werden.
00:07:33: der Elefant steht im Raum jeder kann ihn sehen und niemand ist bereit an den Elefanten ranzugehen.
00:07:46: Die Konsequenz ist eher, Führungskräfte isolieren sich und viele glauben sie müssten alles alleine lösen.
00:07:57: Ich halte das für hochgefährlich!
00:08:01: Denn Isolation ist für mich heute ein wirtschaftliches Risiko.
00:08:07: Isolations bedeutet ich werde betriebsblind?
00:08:10: Ich treffe Fehlentscheidungen – Das ist ja zwangsläufig.
00:08:17: Ich bin irgendwann emotional erschöpft.
00:08:20: Der Mensch ist als soziales Wesen übrigens dazu ausgelegt, dass er mit Menschen in Kontakt kommen muss – mit freundlichen Grüßens ans Homeoffice?
00:08:30: Ich isoliere mich und bin im Tunnel drin!
00:08:32: Ich sehe rechts- und links nicht mehr das Relevante.
00:08:37: Mir fehlt der Sparringspartner, der mich aus genau dieser Situation rausholt.
00:08:44: Je größer die Verantwortung, die ich trage des zu kleiner wird oft der Kreis ehrlicher Menschen.
00:08:55: Das ist in einem solch kleinen Land wie wir das hier im Saarland, im Südwesten der Republik sind vielleicht sogar noch extremer weil in einer kleinen Region jeder Jeden kennt und dadurch viele noch vorsichtiger reden und vertrauen dadurch noch wichtiger wird.
00:09:15: deshalb müssen über dieses Thema sprechen.
00:09:18: Davon bin ich zutiefst überzeugt!
00:09:22: Deshalb habe ich mir Gedanken gemacht darüber, was gute Unternehmer jetzt heute und hier brauchen.
00:09:30: Ich bin überzeugt die brauchen nicht noch mehr Input.
00:09:34: Die brauchen nicht ein Webinar, sie brauchen nicht einen Vortrag zum Thema Motivation sondern die brauchen ehrliche Gespräche auf Augenhöhe.
00:09:48: Sie brauchen einen Raum, in dem sie vertraut und voller Zuversicht in Gespräche gehen können.
00:09:57: Ein Raum ohne Maske mit anderen Perspektiven ein Raum, indem sie auf Menschen treffen mit ähnlichen Drucksituationen Und das ist genau der Grund weshalb ich vor vier Jahren New Waves sah ins Leben gerufen habe.
00:10:21: Ich will mit diesem Executive Summit genau diesen Raum schaffen, von dem ich überzeugt bin dass die Unternehmerinnen und Unternehmer das die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführe das die Vorstände das alle Führungskräfte dringend einen Raum brauchen indem sie sich vertraut und ohne Maske austauschen können.
00:10:50: Wenn weg von einem klassischen Business-Event, ich will keine klassische Netzwerkveranstaltung machen weil dort alles zu sehr an der Oberfläche kratzt.
00:11:01: Ich habe keinen Bock mehr!
00:11:03: Auf Veranstaltungen mit hundertzwanzighundertfünfzig Teilnehmern vorne auf der Bühne spricht jemand danach gibt es noch Fingerfood und die üblichen oberflächlichen Gespräche.
00:11:14: Ich finde wir müssen viel stärker wieder abtauchen den Austausch auf vertrauter Ebene und zwar in Detail kommen können.
00:11:25: Denn ich bin zutiefst überzeugt, unsere Region gewinnt nur gemeinsam!
00:11:35: Deswegen will ich hier keinen Werbeblock einbauen für New Waves Saar sondern einfach nur erklären warum ich denn dieses Format erschaffen habe.
00:11:48: Ich habe ein Lieblings-Zitat, das nenne ich immer wieder gerne von Viktor Frankl.
00:11:53: Nämlich jedes Wie ist ertragbar wenn das Warum groß genug ist.
00:11:59: also dass warum?
00:12:01: Warum es New Wavesar gibt hat genau diesen Hintergrund.
00:12:06: Kommunikation ist heute entscheidend ja zuhören mindestens genauso wichtig und damit Unternehmer wieder miteinander sprechen.
00:12:17: darum geht es bei New Waves Saar, am neunten und am zehnten sechsten auf dem Schiff der Frosina.
00:12:26: Ich habe ganz bewusst ein Schiff gewählt weil wir dort abtauchen in eine andere Welt.
00:12:33: Links und rechts fließt die Saare und wir sind damit auch rollen mich gesehen in einem geschützten Raum.
00:12:41: ich kann versprechen dass alles das was an Bord besprochen wird auch an bord bleibt sofern gewünscht.
00:12:49: In der politischen Kommunikation nennen wir das unter drei, das ist die Kommunikationsunterdrei bedeutet nichts anderes als alles was in Vegas passiert bleibt in Vegas und ich will dass wir an Bord echte Gespräche führen.
00:13:07: kein Schaulaufen, kein Netzwerktheater, keinen Visitenkarten austauschen sondern ich will an BORD den Raum schaffen der heute dringender nötig ist denn je.
00:13:20: Die wichtigsten Gespräche entstehen nämlich nie dort, wo Mikrofone aufgebaut sind sondern dort wo ich weiß Ich bin gut aufgehoben.
00:13:32: Wir brauchen einen Ort der Orientierung wir brauchen einen ort der Verbindung wir brauchen einem Ort für strategische Gespräche für die psychologische Entlastung und wir brauchen einen Ort für neue Allianzen.
00:13:51: Das Saarland braucht wieder Orte für echte Gespräche, Unternehmer müssen wieder miteinander reden und unsere Region gewinnt nur gemeinsam!
00:14:02: Das ist meine Intention mit New Wave Saab.
00:14:09: Wenn du heute was mitgenommen hast dann nicht nur Gedanken setzt um denn Wer Wirkung will, muss nicht schreien sondern klingen.
00:14:18: Kommunikation macht Einfluss.
00:14:21: Abonnieren!
00:14:22: Nicht vergessen wir hören uns dein Thorsten.
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