Krise können: Wem können wir noch glauben? - Mit Mary Abdelaziz-Ditzow (#82)

Shownotes

Wie entstehen eigentlich Nachrichten? Warum berichten unterschiedliche Medien über dasselbe Ereignis völlig verschieden? Und gibt es überhaupt die eine Wahrheit? In dieser besonderen Live-Ausgabe von Kommunikation MACHT Einfluss begrüße ich die Journalistin und Autorin Mary Abdelaziz-Ditzow in der Villa Lessing in Saarbrücken. Gemeinsam werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der Medienwelt – dorthin, wo Themen ausgewählt, Schlagzeilen formuliert und Perspektiven gesetzt werden. Wir sprechen über Framing, Nachrichtenagenturen, Algorithmen, konstruktiven Journalismus und darüber, warum Journalisten heute unter einem enormen Spannungsfeld zwischen Verantwortung, Erwartung und öffentlichem Druck arbeiten. Dabei geht es nicht um einfache Antworten, sondern um die Fähigkeit, Informationen kritisch einzuordnen und unterschiedliche Perspektiven auszuhalten. Gerade für Führungskräfte ist das entscheidend. Denn wer Verantwortung trägt, muss verstehen, wie Wahrnehmung entsteht – und warum Kommunikation oft schon lange vor dem ersten gesprochenen Wort beginnt. Ein Gespräch über Medien, Meinung und Orientierung in einer Zeit, in der Informationen im Überfluss vorhanden sind, Vertrauen aber immer knapper wird. Jetzt reinhören!

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00:00:02: Redest du noch oder wirkst Du schon?

00:00:04: Ich bin Thorsten, Krisenmanager und Kommunikationsexperte.

00:00:08: Herzlich Willkommen zu Kommunikation Macht Einfluss!

00:00:12: Der Podcast für alle die nicht länger drumrum reden möchten.

00:00:17: Deshalb keine Show kein Plabla los geht's.

00:00:21: Wir klicken heute hinter die Kulissen Hinter die Kuliessen einer Medienwelt so wie wir sie in Deutschland inzwischen haben.

00:00:33: Ich will das deswegen tun, weil in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten werde ich hier an dieser Stelle und auf diversen anderen Plattformen von LinkedIn bis hin zu meinem Newsletter immer tiefer einsteigen wollen in die Krise.

00:00:54: Die Krise ist eine Krise!

00:00:56: Ist eine Krisse?

00:00:56: Das habe ich irgendwann mal sehr früh gelernt und mich sozusagen ab dem Zeitpunkt an intensiver mit der Königsdisziplin in der Kommunikation beschäftigt.

00:01:10: Und ich weiß ja noch ganz genau, von wem ich diesen Satz mitgenommen haben?

00:01:17: Die Krise ist eine Krise Stammt aus einem Vortrag zur zivilmilitärischen Zusammenarbeit und ein ehemaliger General hat diesen Vortag gehalten.

00:01:29: Das war sehr spannend.

00:01:31: Spannend war auch ein Gespräch, das ich führen durfte mit einer preisgekrönten Journalistin, Mit einer Moderatorin die eine umfassende Erfahrung in Führungspositionen in der deutschen Medienlandschaft hat.

00:01:48: sie war unter anderem beim Handelsblatt.

00:01:51: Sie war bei NTV und sie ist heute beim Portal Finanzfluss, hat auch dort diverse Formate entwickelt wie auch den Podcast im

00:02:05: Loop,

00:02:06: den ich täglich höre.

00:02:09: Ich habe mit ihr das Vergnügen gehabt in Saarbrücken in der Villa Lessing ein Gespräch zu führen über ihr neues Buch, das da lautet Behind the News.

00:02:23: So navigierst du sicher zwischen Manipulation und Information.

00:02:28: ein Gespräch mit Murray Abdelaziz-Dizo.

00:02:33: Wir haben gesprochen über das was in Medienhäusern heute so passiert wie böse die Medien wirklich sind.

00:02:45: wir haben darüber gesprochen wie Nachrichten, Medien lenken.

00:02:51: Worüber wir nachdenken?

00:02:54: Wir haben gesprochen über Wahrheiten und ob es sie denn wirklich gibt!

00:03:00: Wir haben darüber gesprochen warum sich schlechte Nachrichten besser verkaufen lassen.

00:03:07: und wir haben auch darüber gesprochen wie toxisch eine Symbiose zwischen uns und Medien sein kann, alles Gegenstand ihres neuen Buchs.

00:03:22: Und für mich heute deshalb von besonderer Bedeutung weil wenn man sich mit Krisensituationen auseinandersetzt dann darf man immer auch verstehen wie Stakeholder ticken.

00:03:36: also Wie ist denn derjenige drauf?

00:03:41: Diejenige darauf!

00:03:42: Mit der mit dem ich jetzt gerade zu tun habe.

00:03:46: und Journalisten spielen in Krisensituationen eine ganz, ganz entscheidende Rolle.

00:03:53: Ich füge hinzu Social Media inzwischen natürlich auch.

00:03:57: Deshalb starten wir!

00:03:59: In mein Vorhaben euch allen mehr aus der Krisenkommunikation näherzubringen Mit der Folge Behind the News was man über die Mediengesellschaft von heute wissen muss.

00:04:16: Und ihr hört jetzt in der Folge das Gespräch, dass ich mit Mary führen durfte in der Villa Lessing in Saarbrücken!

00:04:26: Ich wünsche viel Spaß dabei, erhellende Momente und die Impulse, die dir helfen sicher zu navigieren zwischen Manipulation und Information.

00:04:40: Auf geht's!

00:04:42: Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste und Freunde.

00:04:44: Herzlich willkommen Ihnen zu Hause und Ihnen hier die doch bei dem schönen Wetter den Weg zu uns in die Stiftung gefunden haben.

00:04:52: Nichts ist mächtiger als eine gute Geschichte.

00:04:55: so findet man das im Buch von dir lieber Mary und das finde ich erstmal einen schönen Anfang.

00:05:01: Ich hab mich mit Mary auf das Den Vornamen verständigt, weil der Nachname etwas schwierig ist zum Aussprechen.

00:05:07: Den wirst du wahrscheinlich gleich einmal für uns alle wiederholen damit wir das wissen!

00:05:11: Wirft einen erhellenden Blick hinter die Kulissen der deutschen Medienwelt schonungslos ehrlich und konstruktiv kritisch.

00:05:18: Sie räumt mit Irrtümern und heitlosen Klischees auf schildert gängige Fels im System und erklärt warum es die Wahrheit einfach nicht gibt.

00:05:34: Abschließend heißt es im Buch für alle, die sich ihre Meinung bewusst und souverän bilden wollen.

00:05:40: Das musste ich natürlich aufnehmen – also ein Appell an ein eigenverantwortliches Handeln und Denken!

00:05:45: Und wo wäre dies besser als in Neverthelessing einem liberalen Haus?

00:05:49: Liebe Mary, schön dass du bei uns bist.

00:05:51: Herzlichen Dank für die Einladung.

00:05:54: Dann werden wir sehen, wie schonungslos das hier dann auch zugeht von dir lieber Thorsten.

00:05:58: Thorsten ist ehemaliger Regierungssprecher hier im Saarland und wird uns durch den Abend führen.

00:06:03: Lieber Thorsten du hast das Wort!

00:06:04: Wir sind gespannt.

00:06:05: Vielen Dank Herrmann.

00:06:07: Ja herzlich willkommen auch von meiner Seite hier in der Villa Lessing insbesondere bei unserem Besuch aus Düsseldorf.

00:06:13: heute angereist mit der Bahn nur eine Stunde Verspätung und rechtzeitig hier Eingeplant, wohlgemerkt.

00:06:23: Wunderbar!

00:06:24: Ich hoffe morgen bei dem Rückweg wird es genauso sein.

00:06:27: Auch wir haben uns auf den Vornamen verständigt also wir werden uns heute Abend duzen.

00:06:32: Mary Abdelaziz-Dizo hat ein Buch geschrieben das Das nehme ich jetzt einfach mal so raus, wie ich finde ein Grundlagenwerk sein kann oder vielleicht auch werden kann wenn es um Medien und Journalismus und System geht.

00:06:50: Ich bin selbst nicht nur in der Staatskanzlei gewesen sondern habe auch eine Vergangenheit als Journalist und bin auch als Dozent an verschiedenen Hochschulen unterwegs promoviert in der Medien- und Kommunikationswissenschaft.

00:07:00: So viel von mir.

00:07:01: Punkt.

00:07:02: was sich damit ausdrücken will ist Wenn ich an Hochschule unterwegs bin Versuche Studentinnen und Studenten Journalismus zu erklären.

00:07:14: Dann stoße ich immer wieder auf mehrere Fragezeichen, deswegen würde ich gerne liebe Mary einsteigen mit der Frage Angela Merkel oder Friedrich Merz?

00:07:23: wer hat zuletzt dich angerufen und dir gesagt was du veröffentlichen sollst?

00:07:27: Oh, beide natürlich!

00:07:30: Die Wahrheit ist keiner.

00:07:31: Aber die Wahrheit gibt es nicht, darauf kommen wir vielleicht gleich nochmal zu sprechen.

00:07:33: Ja

00:07:33: dann bleiben wir doch direkt dabei.

00:07:35: Also ich bin überzeugt davon dass wir in Deutschland genügend haben dir das jetzt nicht glauben sondern die Neid, die sagt das jetzt sowas sagen muss weil wir sind ja hier einer freien Villa-Lessing.

00:07:47: aber da hat bestimmt jemand angerufen.

00:07:50: Es gibt sicherlich ein paar, die das denken.

00:07:54: An was ist man am Ende des Tages interessiert?

00:07:56: Welche Form, also erst mal welches Vertrauen wird Journalisten auch entgegen gebracht und nicht.

00:08:02: Wie viel Misstrauen ist auch berechtigt?

00:08:04: ich denke darauf zählt eine Frage ab und die Wahrheit liegt dies ja nicht gibt wie wir wissen irgendwo in der Mitte

00:08:11: Bleiben wir bei der Wahrheit.

00:08:14: Ich habe in meinem Studium auch irgendwann einmal gelernt, dass es diese Wahrheit nicht gibt.

00:08:20: Also ich hab mich bei der Lektüre an Pfingstmontag daran erinnert wie mein Dozent ein Kollege des Saarlinienischen Rundfunks hier mir dann erklärt hat Diese eine Wahrheit kannst nie geben weil das sind ja Menschen am Werk und jeder hat so seine eigene Auffassung.

00:08:37: Du beschreibst das ja auch in deinem Buch Wunderbar.

00:08:39: Welche Wahrheit hast du denn?

00:08:43: Also im Prinzip und deswegen war mir dieses Kapitel so wichtig.

00:08:46: Und du merkst, wir reden keine fünf Minuten miteinander und schon fällt der Begriff drei Mal die Wahrheit.

00:08:52: Das war mir ein Herzensanliegen das mal auseinander zu dividieren weil damit ist ganz viel Deutungshoheit verbunden und das erlebe ich ja in meiner Branche das kennst Du sicherlich auch jeder wird das hier in irgendeiner Form kennen dass dieser Begriff Die Wahrheit oft gebraucht, wenn nicht sogar missbraucht wird.

00:09:10: Und am Ende ist die Wahrheit eine Frage der Perspektive.

00:09:14: Es gibt Wahrheiten!

00:09:15: Es gibt Fake-News es gibt Falschnachrichten es gibt Wahrhalten.

00:09:19: aber Die Wahrheit als feststehender Begriff ist für mich verbunden mit einem Kampf um die Deutungshoheit da insbesondere in den Medien stattfindet.

00:09:27: und von daher wollen wir das anliegen dass wenn ich ein Buch über Medien schreibe im übrigen auch Die Medien, da räume ich im Vorwort direkt mit auf.

00:09:36: Ich musste es aufgreifen weil's hat mich so unter den Fingern gejuckt gibt das ja auch nicht den Begriff.

00:09:41: Wer sind denn die Medien?

00:09:43: Und trotzdem verwenden wir dem Begriff alle also ob nun Bürger oder Journalistinnen wer auch immer alle sprechen von den Medien.

00:09:53: aber die Medien sind nun mal keine homobiene Masse sie sind in sich sehr heterogen und trotzdem hat sich der Begriff etabliert im Volksmund und dass ist nachvollziehbar.

00:10:03: Das ist total nachvollziehbar und das ist Thema in dem Buch.

00:10:06: Wegen einer temporär homogenen Berichterstattung querbeet durch die Landschaft, durch die Medienlandschaft entsteht dieser Eindruck dass Heterogenität verloren geht und dass alles eigentlich nur noch homogenes.

00:10:17: Aber am Ende des Tages geht es mir um Differenzierung weil in meiner Welt gibt es keinen Schwarz-Weiß Es gibt viele Graustufen.

00:10:26: Es gibt auch wie ich das eben schon gesagt habe Falschnachrichten und Fake News, es gibt Wahrheiten.

00:10:33: Aber das ist alles eine komplexe Wirklichkeit!

00:10:36: Und ich finde Differenzierung steht uns am meisten gerade in diesen Zeiten.

00:10:43: Ich will mich mal an den Begriff nochmals heranzasten wie definieren wir denn Wahrheit?

00:10:49: Was ist denn deine Definition von Wahrheit?

00:10:51: können wir die so in zwei Sätzen zusammenfassen?

00:10:54: Wahrheit, wahre Aussagen, Wahrhaftigkeit Dinge die passieren, Dinge die sind.

00:11:01: Und das ist ja auch Aufgabe des Journalismus, zu abzubilden was isst.

00:11:06: Was nicht?

00:11:07: Aufgabe zumindest nicht steht es so nicht im Medienstaatsvertrag.

00:11:13: der Medienist oder des Journalismus ist neutral zu berichten.

00:11:18: damit wird auch oft Wahrheit kombiniert.

00:11:21: Ist auch so ein Trugschluss den ich aufgreife.

00:11:24: nirgendwo steht Neutralität und trotzdem verlangen alle wir sollen doch endlich mal neutral berichten.

00:11:31: Nein, also Objektivität steht im Medienstaatsvertrag.

00:11:35: Wohlgemerkt beschränkt auf die öffentlich-rechtlichen Medien nicht auf die privaten Medien und wohlgemerk bezogen auf das gesamte Programm und nicht auf einen einzelnen Beitrag.

00:11:46: Das steht in dem Medienstaatvertrag so.

00:11:48: Und das waren keine zwei Sätze ist aber wichtig für den Kontext finde ich um zu verstehen Wahrheit was es damit eigentlich oder was verbinde ich da mit?

00:12:00: Damit sind wir ja mittendrin in deinem Buch.

00:12:02: Es gibt in der Tat ja ein eigenes Kapitel zu diesem Thema, worüber wir jetzt schon intensiv reden nämlich das Kapitel fünf lautet über die Wahrheit, die es nicht gibt Framing in der Berichterstattung.

00:12:18: Also Framing ist ja ein Begriff, der aus dem Englischen kommt Der Rahmen.

00:12:23: Du beschreibst das ja so schön mit ohne Rahmen kein Bild.

00:12:27: Demzufolge

00:12:29: stellt sich ja die Frage, wer malt das Bild und wer stellt den Rahmen?

00:12:34: Gute Frage.

00:12:37: Berechtigte Frage!

00:12:38: Dann suchen wir jetzt die Antwort.

00:12:40: Und so formt sich dann der Frame.

00:12:43: Da sind wir genau beim Kern.

00:12:45: Das duale Mediensystem innerhalb dessen wenn man das kurz skizziert öffentlich-rechtliche Medien und private Medien mit unterschiedlichen Aufträgen in unterschiedlicher Form festgelegt eben schon erwähnt den Medienstaatsvertrag, dann gibt es den Pressekodex wo sich insbesondere private Medien freiwillig wohlgemerkt selbst verpflichten.

00:13:07: und all diese unterschiedlichen Medien die wir haben mit ihren unterschiedlichen Farben und Tendenzen gehen einer Wahrheit nach und bilden dementsprechend Perspektiven ab.

00:13:20: Und jetzt muss man wissen das ist für den Frame und für das Framing grundsätzlich wichtig.

00:13:26: Private Medien sind ja auf Tendenzbetriebe, also das heißt private Medien dürfen auch durchaus politische Tendenzen haben.

00:13:34: Das war damals nach dem Zweiten Weltkrieg ganz bewusst auch so implementiert worden.

00:13:40: zu sagen es darf nie wieder passieren dass eine Art Gleichschaltung passiert.

00:13:44: wir brauchen unbedingt Diversität, Differenzierung, multiple Perspektiven und deswegen genießen private Medien mehr Freiheit.

00:13:55: jedes private oder kei andersrum.

00:13:56: Kein privates Medium hat die Verpflichtung in irgendeiner Form, objektiv geschweige denn neutral sein zu müssen und das merkt man natürlich wenn man sich damit auseinandersetzt.

00:14:06: es gibt Betriebe die haben starke Tendenzen und dass ist erst mal okay.

00:14:10: Man muss es eben nur wissen und davon hängt dann der jeweilige Frame ab.

00:14:15: und wenn man sie sich das ins Bewusstsein ruft, merkt

00:14:22: Es gibt ja aus der Medienwissenschaft, und die Theorie ist schon einige Jahre alt.

00:14:26: Die der kognitiven Dissonanz, die ja aussagt dass man rein Kognitiv also rein im Kopf rational alle Informationen, die nicht mit der eigenen Meinung zusammenpassen, Dissonanzen einfach von sich fernhält.

00:14:41: damit hat man in den neunziger Jahren erklärt warum ein Tatsleser nicht die FAZ kauft.

00:14:50: Gilt diese Theorie der kognitiven Dissonanz in Zeiten von Social Media und Co.

00:14:55: heute immer noch?

00:14:57: Vielleicht sogar mehr?

00:14:58: Mehr, ich denke mehr!

00:15:02: In Zeiten von Algorithmen die sehr viel lenken was wir wahrnehmen, was wir überhaupt zu sehen bekommen... ...in Zeiten von Filterblasen und Echo-Kammern mehr denn je.

00:15:14: Also das damit will ich sagen Was vorher schon eine Herausforderung war in einer Gesellschaft, wie sie die Deutsche ist.

00:15:20: Also auch durchaus gemischt und differenziert zusammengesetzt aus ganz verschiedenen Teilen.

00:15:27: mittlerweile kommt dann noch die Social Media Komponente wo der Algorithmus sich merkt was googeln wir, was suchen wir und uns damit füttert.

00:15:39: Und alles andere ausblendet.

00:15:41: Das heißt, wir werden mehr und mehr kommen in diesen Conformation-Bias rein also werden mehr oder mehr quasi darauf geeicht die eine Perspektive wahrzunehmen wenn wir nicht bewusst gegensteuern indem wir zum Beispiel das gebe ich kann ich mal direkt vor wegnehmen auch immer als Tipp mit jedem der sich in den sozialen Medien rumtreibt gerne bewusst Menschen folgen, deren zum Beispiel politischer Haltung sie vielleicht nicht persönlich entsprechen.

00:16:12: Also eine konträre Haltung wie Sie persönlich haben zum politischen Geschehen gerne diesen Menschen folben weil das hilft natürlich dem Algorithmus dafür zu sorgen dass sie wiederum multiperspektivisch gebildet werden.

00:16:25: Weil ansonsten wird in Ihrem Feed immer nur das Gleiche erscheinen.

00:16:29: Sie werden beschallt von der immer gleichen Perspektive der immer gleichen Menschen, die immer das gleiche teilen.

00:16:36: Und es ist zwar anstrengend einen diversen Algorithmus zu haben denn damit ist immer verbunden dass ich mich mit der nicht oder mit der unliebsamen Meinung auseinandersetzen muss.

00:16:46: Das ist emotional anstrent kann ich direkt sagen.

00:16:48: An schlechten Tagen würde ich dann überhaupt nicht reingehen ins Internet weil Es kann auch mal schnell schiefgehen und man entfolgt wenn man sich denkt Ich kann nicht mehr Kann mir das jetzt nicht anhören Aber am Ende des Tages unter dem Striches ist ein großer Mehrwert.

00:17:00: Ich kann's nur jedem empfehlen.

00:17:02: Du hast gerade einen Begriff genannt, Confirmation Bias.

00:17:06: In deinem Buch hast du auch dankenswerterweise ein Glossar angelegt in dem mal so gewisse Begriffe einmal eingeordnet werden.

00:17:16: Confirmations Bias für diejenigen, die es nicht einordnen können – ich bin so frei und zitiere eine Verzerrung!

00:17:24: Die entsteht wenn Menschen bevorzugt Informationen suchen die ihre eigenen Überzeugungen bestätigen, während widersprüchliche Informationen ignoriert oder abgewertet werden.

00:17:42: Also der Klassiker von dem was wir gerade in den politischen Spektrum links und rechts am Rand erleben?

00:17:49: Fragezeichen?

00:17:51: Ja ich bin ja gar kein Fan von rechts und links!

00:17:54: Ich habe erst heute... Ich bin auch, also ich hab ein Podcast und in dem Podcast haben wir von Montag bis Freitag das Nachrichten-Podcast.

00:18:02: Und jeden Samstag gibt's eine längere Folge.

00:18:04: Die Neueste die jetzt am Samstag rauskommt da bin ich mit dem Gast Philipp Klöckner heißt er ein bisschen abgedriftet irgendwann genau weil es genau darum ging rechts und links.

00:18:14: Was ist heute noch?

00:18:15: Rechts und Links!

00:18:16: Ich finde... Auch der Medienlandschaft ne?

00:18:19: Weil daher kamen wir auf das Thema.

00:18:21: Das wird teilweise so falsch um bei den Begriff zu bleiben geframed Was zählt man heute noch alles zu linken Ansichten und zu rechten?

00:18:29: Und ist das überhaupt gerechtfertigt, also unterstellt man nicht auch Menschen die wollen wenn wir sowohl rechts wählen erst mal was ist rechts?

00:18:38: und dass auch nochmal abzugrenzen von rechtsextremen.

00:18:40: da muss man ja immer wieder auch Unterscheidungen treffen.

00:18:43: aber Und da nimmt man den menschenlich irgendwie auch Themen, wenn man das alles links irgendwie klustert und andersrum genauso ist.

00:18:50: Ist der Klimawandel ein dinges Thema?

00:18:51: Sagen manche würde ich sagen nein.

00:18:53: also ich glaube jemand hat die CDU-Wild erkennt auch an dass sich das nie mal verändert so dass wir einen Klimawandel haben oder andere Themen.

00:19:01: Ich will damit nur sagen dieses links und rechts finde es ganz schwierig und versuche auch wenn ich es manchmal nicht vermeiden kann möglichst andere Begriffe dafür zu finden.

00:19:11: Wenn man sich die Geschichte anguckt, wo kommt links und rechts her geht es ja zurück in die französische Revolution.

00:19:16: Und dort waren ja die Linken eher die Bewahrer und die Rechten eher diejenigen, die angetrieben haben für die Veränderung standen.

00:19:23: wenn man sich dann die Begriffe heute in der Tat anguckt glaubt man ja sei genau umgekehrt.

00:19:27: deswegen bin ich zu hundert Prozent bei dir.

00:19:29: diese klassische Einteilung in links und rechts funktioniert heutzutage nicht mehr wie so vieles.

00:19:36: Nichtsdestotrotz haben wir, sagen wir, Nachrichtenportale wie News die ja dann rechts zugeordnet werden.

00:19:44: mit dem was du beschreibst ist es ja dann gut dass es die gibt.

00:19:47: Dann hat man eine klare Einordnung oder?

00:19:51: In Bezug auf was?

00:19:53: Naja wenn wir wissen dort ist jemand ein Journalistenkollege Zugange der eher Positionen besetzt alten politischen Spektrum eher rechts der Mitte verortet sind, weiß man wenn man News liest was man bekommt.

00:20:09: Genauso wie wenn man die Tats liest weiß man welche Positionen man bekommt.

00:20:15: so gesehen könnte es uns doch helfen die Welt nochmal ein bisschen zu sortieren.

00:20:18: oder sehe ich das falsch?

00:20:20: Darin glaube ich gar nicht.

00:20:22: weil und das spielt mit dem Punkt woher?

00:20:24: rein in diesen Zeiten in den wir leben also früher Ich meine, das weißt du besser als sich dieses außenpluralistische Prinzip.

00:20:32: Was ich im Buch anreise, dass man sagt... Man hat sozusagen das was ich eben erklärt habe mit dem dualen Mediensystem basiert ja darauf zu sagen, man hatte einen Außenpluralismus.

00:20:43: heißt wenn ich von oben sitze gerade auf den Mond und schau auf die Erde und sehe wir haben ein außen pluralistisches Mediensystem in Deutschland würde also bedeuten ich hab ganz unterschiedliche Medien mit unterschiedlichen Perspektiven.

00:20:55: Er gibt das ein objektives Bild.

00:20:57: Also jede Bürgerin jeder Bürger ist damit souverän und kann sich ein eigenes differenziertes Meinungsbild machen.

00:21:04: Das war früher vielleicht mal so, da gab es kein Social Media Und es gab keine Paywalls.

00:21:11: Also private Medienbahnen weitestgehend, also Zeitungen haben natürlich Geld gekostet.

00:21:16: Aber das Abo-Modell von heute ist definitiv ein anderes.

00:21:19: die Mauer ist wesentlich höher.

00:21:21: Man ist abgeschirmter, Medien schirmen sich mehr ab, Donalismus ist teurer geworden auch zurecht wie ich finde.

00:21:26: guter Donalismus kostet Geld.

00:21:27: es ist kein Ehrendamm das ist ein Hauptjob den wir dann machen.

00:21:31: Und natürlich wenn Werbemodelle in sich zusammenbrechen, in der digitalen Transformation dann müssen wir auch schauen wie können wir Geld verdienen.

00:21:40: So worauf ich aber hinaus möchte ist... In diesen Zeiten macht das ja keiner mehr oder die allerwenigsten.

00:21:46: Keiner stimmt nicht!

00:21:47: Aber wenige Menschen haben fünf Abos sind bereit dafür im Zweifel hunderte von Euros jeden Monat zu zahlen.

00:21:54: können das überhaupt wollen dass sondern bleiben bei ihrem Medium.

00:21:59: Bleiben wir mal bei Nios.

00:22:01: vertrauen diesen Medium und gut ist, das Buch ist zu.

00:22:06: Und was heißt das in der Konsequenz?

00:22:07: Wenn ich mich bei diesem einen Medium informiere und schon weiß es hat eine Schlagseite... Es bedeutet Ich gebe, dass meine persönliche Meinung an der Stelle ein Stück weit den Anspruch auf mich differenziert informieren wollen.

00:22:21: Denn Nios hat auch wie eine Tat und viele andere Medien eine Schlagsite!

00:22:29: Keine, die mich anspricht.

00:22:32: bei Nios ist mir ein Stück weit zu undifferenziert.

00:22:35: Aber das ist persönliche Meinung.

00:22:37: Das muss jeder für sich wissen.

00:22:39: Gleiches kann man aber auch viele andere Medien sagen oder es ist Geschmackssache und am Ende auch eine ganz persönliche Entscheidung.

00:22:45: Aber so oder so müssen wir uns ja fragen was ist denn das Ziel?

00:22:50: Also ist das Ziel dass ich möglichst nah an eine komplexe an einem Verständnis der komplexen Wirklichkeit herankommen möchte?

00:22:59: Möchte ich verstehen, was da draußen passiert so gut es geht.

00:23:04: Dann kann das ja nicht sein dass sich mich bei diesem einen Medium mit der einen Schlagseite informiere und denke ich bin bestens informiert.

00:23:10: die Rechnung geht nicht auf!

00:23:11: Das ist denke ich nachvollziehbar.

00:23:14: also muss ich mich an verschiedenen Stellen informieren oder das ist mein Vorschlag im letzten oder vorletzten Kapitel.

00:23:23: wir gehen mehr in den Binnenpluralismus.

00:23:26: Also wir verabschieden uns ein Stück weit, das wäre meine Wunschvorstellung auch wenn es da so nie geben wird vom außen pluralistischen Prinzip und stellen fest mit mir mein ich jetzt meine Branche.

00:23:36: Und jede einzelne Redaktion im besten Fall ist sehr perfektionistisch gedacht.

00:23:41: Wir stellen fest Es hilft der Gesellschaft nicht Wenn jeder seine Schlagseite hat weil wie gesagt Nicht jeder liest alle Medien Sondern wir schauen dass die Redaktionen innerhalb Diverser werden.

00:23:54: Das ist der Binnenpluralismus.

00:23:57: Bin ich großer Fan von, weil wer hat die Zeit?

00:23:59: Wer hat das Geld?

00:24:00: Wer hatte Lust sich mit so vielen Medien zu beschäftigen?

00:24:03: und wenn unser Anspruch ist dass die Gesellschaft sich weniger fragmentiert, weil sie werden das alle kennen bei Corona, Ukraine vorher die Flüchtlingskrise was haben wir noch?

00:24:14: die China Berichterstattung und der große Elefant im Raum.

00:24:17: Dina Ostberichterstatter.

00:24:18: es gibt diverse Themen entlang derer wir feststellen können, dass sich die Gesellschaft meinungstechnisch sehr fragmentiert und die Fronten werden härter.

00:24:27: Das geht ja rein bis in die Familien also in Streitereien.

00:24:31: Menschen reden nicht mehr miteinander.

00:24:33: das kann doch nicht unser Ziel sein.

00:24:35: Wir wollen doch als gesellschaft Nicht alle gleich denken absolut nicht.

00:24:38: aber ein Konsens miteinander finden oder egal welche Meinung wir haben fast egal.

00:24:44: Und dafür brauchen wir Binnenpluralismus denn keiner macht sich oder die wenigsten machen sich die Arbeit zehn Medien zu konsumieren jeden Tag mit zehn verschiedenen Perspektiven.

00:24:57: So hast du gerade angesprochen, was ist denn das Ziel des Rezipienten?

00:25:01: Du hast auch jetzt deine, ich sag mal so unsere Branche genannt, ich zähle mich noch als ehemaliger Avener-Journalist mit dazu...

00:25:09: Einmal Tonnlist immer Tonnalist!

00:25:10: ...einmal Journalist.

00:25:10: einverstanden Ist im Übrigen ja auch eine Frage, nämlich wer ist Journalist?

00:25:15: Das hast du in dem Buch ja auch angerissen von der Definition für die, die es nicht wissen.

00:25:19: Der Begriff ist nicht geschützt also anders als bei einem Bankaufmann.

00:25:24: Da gibt's eine K-Ausbildung und dann ist man Bankaufman.

00:25:28: Und bei der Journalistin ist es so dass jeder der publiziert Journalistinnen und dem zufolge also jeder unter uns hier der schon mal irgendwann für ne Schülerzeitung geschrieben hat darf sich Journalist oder JournalistInnen nennen.

00:25:43: Willkommen im Gluck!

00:25:45: Oder bei Social Media etwas veröffentlicht hat, weil es ja auch publiziert ist.

00:25:48: Somit sind wir alle Journalisten, wenn man so will.

00:25:50: Was ist denn das Ziel von Journalisten?

00:25:53: Weil du hast das ja schon sehr selbstkritisch für die Branche.

00:25:56: Er gesagt was ist das Ziel vom Journalist, wenn sie sich einen solchen Beruf auswählen?

00:26:04: Wahrheiten abzubilden aufzuklären zu erklären einzuordnen?

00:26:12: ich denke dass

00:26:16: Es gibt hierzulande ja nur relativ wenige Medien.

00:26:21: Wir sind da nicht so sehr gesegnet, also es gibt wenn man so will noch zwei letzte Verbliebene mit dem saarlischen Rundfunk und der Saarbrücker Zeitung.

00:26:30: bei der SZ insbesondere im Saarland ist die SZ die Saar Brücker-Zeitung.

00:26:34: muss man den außerhalb des Landes immer nochmal erklären?

00:26:37: das ist nicht die Süddeutsche durch aus den einen oder die andere Autorin.

00:26:43: wenn ich die Zeile die Autorenzeile lese Brauche ich den Text nicht mehr zu lesen, weil ich weiß was kommt.

00:26:50: Und das hat dann wenig für mich mit Journalismus zu tun sondern eher mit Aktivismus.

00:27:00: Wie ordnen wir denn diese Kolleginnen und Kollegen ein?

00:27:02: Weil ich habe das im Buch so rausgelesen dass du ähnliche Namen jetzt im Kopf hast.

00:27:06: also ich hab die Salender im Kopf, du vielleicht andere... Was ist der Ziel?

00:27:12: Journalismus oder Aktivismus?

00:27:14: Das ist eine gute Frage!

00:27:17: Ich denke dass es sehr individuell, ich glaube das sich manche dessen auch gar nicht bewusst sind.

00:27:22: Dass sie aktivistisch berichten.

00:27:24: und da muss man aber auch fähreweise nochmal unterscheiden zwischen um was für eine Form des Berichtes handelt es sich?

00:27:30: Es ist wirklich ein Artikel, einen Essay oder ist es ein Kommentar?

00:27:38: Ein Meinungsstück!

00:27:40: Die dürfen natürlich durchaus... Also Meinung ist Meinung so und natürlich ist Meinung hat eine Schlagseite, ist meistens polarisierend geschrieben und oft aktivistisch.

00:27:52: Ist es das oder reden wir von Artikeln?

00:27:55: Reden wir von dem normalen journalistischen Betrieb und der Berichterstattung die damit einhergeht?

00:28:03: Und ich glaube, oft wird das vermischt.

00:28:06: Oft vermischen Journalisten eine persönliche Gesinnung, Haltung mit dem was sie doch eigentlich Denken zu tun.

00:28:18: Aber auch da muss ich noch mal sagen, also Stichwort Tendenzbetrieb, wie gesagt insbesondere private Medien sind nicht dazu verpflichtet objektiv oder multiperspektivisch zu berichten.

00:28:31: Also sie dürfen, ich meine die meisten sind Verpflichtensicherheit im Pressekodex und natürlich gibt es da Ziffern und die Beinhalten Dinge, die für uns selbstverständlich sind wo glaube ich auch viele Objektivität mit verbinden also Wahrhaftigkeit, Quellenschutz solche Sachen Sorgfaltspflicht Genau und noch viele weitere Punkte.

00:28:52: aber in Gänze steht da eben nichts von Neutralität und Objektivity.

00:28:57: so Da muss man sich, glaube ich immer wieder an die Frage und an den Punkt zurückführen.

00:29:04: Wenn du mich fragst machen dir eigentlich Journalismus oder Aktivismus?

00:29:06: Was ist denn dann Journalismus?

00:29:08: Dann hast du mich eben gefragt und ich sage ja Aufklärung Erklärung Einordnung ist meine persönliche Meinung.

00:29:13: was ist Journalismus?

00:29:14: da wird jeder eine andere Antwort darauf geben.

00:29:17: also wir sind uns einig dass damit verbunden wird Berichterstattung.

00:29:20: aber wie Wie diese Berichterstattung erfolgt, ob liegt am Ende jeder Redaktion selbst?

00:29:27: Und das einzige was relativ streng definiert ist und auch da eben gibt es dieses Missverständnis.

00:29:32: Ist die Objektivität für öffentlich-rechtliche Medien im Staatsvertrag aber eben bezogen aufs gesamte Angebot.

00:29:39: Das heißt ein einzelner Beitrag darf durchaus eine Tendenz haben.

00:29:46: Bedeutet wir als Rezipienten unterliegen vielleicht einer falschen Erwartungshaltung?

00:29:51: Absolut, das meinte ich eben.

00:29:53: Also mit wie vielen Menschen ich gesprochen habe – wie viele Menschen mir schon in ganz diversen Runden und Gesprächen und Situationen gesagt haben ihr Journalisten, ihr müsst Neutrei berichten aber ihr tut es nicht!

00:30:12: Und selbst viele Journalisten sagen das.

00:30:15: Also erst letzte Woche habe ich ein Podcast gehört mit Ben Bernd hier angescriptet und Melanie Ammann.

00:30:22: Und selbst die beiden haben diese Diskussion geführt, also eine Donalistin und ein bekannter Podcaster haben darüber diskutiert das Donalismus ja nicht immer neutral ist.

00:30:31: Ich saß, hab's gehört und dachte mir schon wieder!

00:30:36: Also es ist einfach im Volksmund fest etabliert, die Erwartungshaltung das Journalismus neutral zu sein hat.

00:30:44: Das ist auch ein erstrehmenswerter Anspruch.

00:30:45: nicht falsch verstehen!

00:30:47: Damit ist ja verbunden meine Interpretation in Gerechtigkeitsempfinden.

00:30:53: also ich verbinde damit eine Form von Gerechtigkeit wenn Ich erwarte dass du Neutralbericht ist.

00:30:59: Dass damit verbinde ich dass ich souverän informiert werden möchte ohne Manipulation und Framing.

00:31:04: Ich mich selber eine Meinung bilden im Prinzip, dass du gerecht bewertest was da draußen passiert damit ich mir ein eigenes Urteil bilden kann.

00:31:14: Das ist eine erstrebenswerte Anspruch aber es ist nirgendwo fest definiert.

00:31:23: Du hast in deinem Buch beschrieben das du ja selbst schon Zweifel an deiner Branche an deinen Kolleginnen und Kollegen gehickt hattest auch an dir selbst.

00:31:38: Längste Kapitel.

00:31:39: Es ist das Kapitel sechs und lautet die Deutsche Naostberichterstattung, es ist mit Abstand das längste Kapitel.

00:31:45: Das fällt durch aus auf.

00:31:46: Ja.

00:31:47: Es scheint dir wichtig zu sein?

00:31:49: Weil?

00:31:51: Weil muss ich einen Moment ausholen... Mache ich die ganze

00:31:56: Zeit schon ne?

00:31:57: Dazu sind wir da!

00:31:59: Ich hatte auch eine lange Anreise.

00:32:00: jetzt muss ich euch ja auspacken.

00:32:04: Mir ist seit einigen Jahren aufgefallen und nicht erst mit dem Naostthema dass die Berichterstattung temporär, und ich sage ganz bewusst das mir wichtig, und differenziert und einseitig ist.

00:32:16: Also ich beobachte seit Jahren, es gibt bei bestimmten Themen die ganz viel Konfliktpotential haben einen Narrativ was auf die große Bühne gehoben wird und zwar ist es dann auch egal ob öffentlich-rechtlich oder privat wenn wir bei den Begriffen bleiben links oder rechts oder konservativ wie auch immer man das definiert.

00:32:34: Es gibt dass eine Narrative was temporär großer Aufmerksamkeit genießt während andere Perspektiven unter dem Tisch fallen irgendwie unpopulär sind und so weiter.

00:32:45: Und bei Corona hatte ich dieses Gefühl auch, Ich war aber voll im Mainstream!

00:32:52: Ich habe ganz wenig darauf geschaut.

00:32:55: wie ist die Lage für Menschen in Altenheim?

00:32:59: Wie geht es Schülern?

00:33:01: Ich hatte eine durchaus sehr skeptische Haltung gegenüber Demonstranten die Mainstream-Meinung vertreten habe, hatte ich so ein Gefühl von irgendwie ist es... Ich weiß nicht.

00:33:18: Also meine persönliche Meinung ist meine persönlichen Meinung aber das kann irgendwie nicht sein dass diese anderen Perspektiven so gefühlt nicht ausgesprochen werden dürfen weil man in eine Ecke gestellt wird.

00:33:33: Das war mein Eindruck!

00:33:35: Ich hatte diesen Eindruck auch beim Thema Ukraine Krieg.

00:33:41: Ich hatte diesen Eindruck auch bei der China-Berichterstattung.

00:34:10: einfach nur tiefen Schmerz empfinden, wenn man an diesen Tag denkt.

00:34:15: Und gleichzeitig das was danach passiert ist spätestens am achten Oktober oder ab dem achten oktober hat mich fassungslos gemacht in Bezug auf die Berichterstattung.

00:34:30: also ich war selber in großen Redaktionen zu der Zeit und ich habe Kontakt zu ganz verschiedenen Journalisten aus ganz verschiedenen Teilen der Medienbranche Querbeet, öffentlich-rechtlich und privat.

00:34:45: Und wir haben noch nie bei einem Thema so viele verschiedene Journalisten bestätigt, dass sie Angst haben die palästinensische Lebenssituation abzubilden weil sie Angst habe als Antisemit gelabelt etikitäts zu werden.

00:35:02: Und diese Angst ist real.

00:35:04: Das ist keine Verschwörungstheorie, das ist kein Mythos oder sonst was!

00:35:09: Ich kann Ihnen sagen ich habe das selber erlebt und ganz viele Menschen haben sich den ja auch anvertraut von denen ich weiß dass sie auch Einfluss in der Gesellschaft haben... ...und jetzt gibt es nichts Schlimmeres!

00:35:22: Ich glaube es gibt...ich weiß es gibt nicht schlimmeres als so ein Etikett zu tragen weil Das ist das schlimmste Verbrechene Menschheitsgeschichte, ist das was in Zweiten Weltkrieg passiert ist.

00:35:34: Da sind wir uns wohl alle einig.

00:35:37: und wenn dieses Wort benutzt wird dann sind auf einmal ganz viele Journalisten still und sagen mir unter drei näher lieber nicht.

00:35:47: ne sorry ich kann das jetzt nicht riskieren.

00:35:49: ich brauche den Job ich habe eine Familie ich hab Angst Ich möchte das nicht Und dass war was in mir drin.

00:35:57: Ich konnte dann nicht still sein, weil ich selber habe Migrationshintergrund.

00:36:18: großer Fan der deutschen Kultur, mit allem was dazugehört.

00:36:22: Und gleichzeitig liebt er natürlich auch seine ursprüngliche Heimat und auch das, was damit verbunden ist – also ein ganz anderer Fleckerde mit ganz anderen Ansichten und kulturellen Prägungen!

00:36:35: Und ich habe das von Kind an so gelernt bekommen.

00:36:38: Ich bin jedes Jahr in Jordanien bei meiner Familie, wir sprechen darüber – diese ganze Naost-Geschichte, ich bin keine Naostexpertin!

00:36:45: Da gibt es andere Journalistinnen die da wesentlich mehr Expertise haben als ich.

00:36:51: Aber was ich von Kindan mitbekommen hab ist, es gibt unterschiedliche Perspektiven auf diesen Konflikt und das ist keine Relativierung des siebten Oktoberes.

00:37:00: Nein.

00:37:01: Was hier aber passiert ist, ist in Deutschland In der deutschen Berichterstattung.

00:37:06: es gab keine Differenzierung.

00:37:11: Es war, dass was im Gaserstreifen passiert ist, sucht seinesgleichen.

00:37:17: Das sucht absolut seinesgleichen und von Anfang an vom ersten nach dem siebten Oktober israelischen Angriff auf den Gaser Streifen war sichtbar was dort passiert in internationalen Medien auch sofort sichtbar.

00:37:31: Und damit meine ich längst nicht nur Arabische, weil dann kommen wir mal die klassischen Beispiele Al-Jazira und so an.

00:37:35: Die haben ja eh alle eine Schlagseite und so.

00:37:39: Ja, Haken hinter Fair!

00:37:41: Aber auch in einen anderen, also im Englischen oder Französischen oder Amerikanischen.

00:37:45: Im Ausland war das was in Gaserstreifen passiert ist, immediately sichtbaar – in deutschen Medien nicht.

00:37:52: Man musste danach suchen.

00:37:54: Das ist ein blinder Fleck der nicht daraus resultiert, dass es keine Möglichkeit gegeben hätte hinzuschauen.

00:38:00: Sondern das ist ganz viel Angst von Journalisten falsch dargestellt zu werden als antisemitetikitiert zu werden.

00:38:08: Das ist teilweise auch Sozialisierung und damit ein hergehend Solidarisierung – das Stichwort Staatsreson.

00:38:18: Ich kenne alle die Debatte darum.

00:38:20: Und dass Journalisten ganz stark das Gefühl hatten, sie müssen hier jetzt ganz loyal an einer Seite stehen und möchten und dürfen und sollen und können auf dieses Leid hinweisen.

00:38:33: Und das verletzt an vielen Stellen einfach journalistische Prinzipien und damit habe ich ein großes Problem gehabt, und es ist wie gesagt extra, das musste ich jetzt einmal austonen und erzählen.

00:38:41: Ich sehe das auch bei anderen Themen.

00:38:43: Das erwähne ich in dem Buch und ich belege das mit Wissenschaft.

00:38:45: Es gibt sowohl zu Corona als auch zu Ukraine ein Narrativ haben und dass die öffentliche und die veröffentlichte Meinung auseinandergeben.

00:38:57: Aber dieser Elefant im Raum, jener Ostberichterstattung war für mich ein persönliches Thema nicht nur eines, wo ich als Journalistin darauf hinweisen wollte auf diesen Missstand weil damit ein Herr geht wie wir über das was dort passiert denken.

00:39:13: Und wenn wir sagen jeder Mensch ist gleich viel wert so bin ich erzogen worden dann kann es dass wir dieses Leid ausblenden, geschweige denn ist in irgendeiner Form rechtfertigen oder sagen Wir haben nun mal eine historische Verantwortung und deswegen ist es so wie's ist.

00:39:31: Und deswegen berichten wir so wie wir berichten.

00:39:35: Das kann ich nicht hinnehmen.

00:39:36: das fühlt sich falsch an und ja Deswegen war mir das ein großes Anliegen darauf hinzuweisen.

00:39:43: Ich habe das jetzt persönlich erklärt.

00:39:45: was ich in dem Buch mache ist etwas anderes.

00:39:47: Ich sage von Anfang an Ich bin keine Politik-Expertin, ich bin keine Naost-Experten.

00:39:52: Also nicht auf die politische Ebene.

00:39:54: Ich gehe auf die Ebene der Journalistinnen und analysiere die deutsche Naostberichterstattung.

00:40:00: Also ich zeige die Missstände, die ich wahrgenommen habe, anhand von ganz grundsätzlichen Prinzipien, die bei diesem Thema quer durch den Medienbank verletzt

00:40:11: wurden.".

00:40:13: Ich würde gerne die ein oder andere Schlagzeile vorlesen – du ordnest uns bitte das Thema ein!

00:40:20: Nachricht eins.

00:40:22: Ich zitiere T-Online, Eskalation im persischen Golf, Iranische Revolutionsgärten Kapern Schiff mit Israel Bezug.

00:40:32: Gleiches Thema Tagesspiegel?

00:40:36: Mit Verbindung zu Israel, Iran Kapert Container Schiff britischer Minister fordert Freigabe und Tagesschau.

00:40:46: gleiches Thema Golf von Oman Iranische Revolutionsgarten Carpern-Handelsschiff.

00:40:53: Nachricht eins, Nachricht zwei WDR Israel Doppelpunkt israelischer Armee stoppt Schiff mit Greta Thunberg.

00:41:07: Zeit online zum gleichen Thema Selfie Yacht in Anführungszeichen Israel Stopped Schifft mit Gretha Thunberg.

00:41:17: Gleiches Thema Frankfurter Rundschau Ist Israel stoppt Gaza.

00:41:21: Hilfsschiff Madeleine mit Thunberg an Bord?

00:41:26: Du zeigst dir diese Schlagzeilen in deinem Buch und beschreibst dann auch wunderbar, wie die einzuorten sind.

00:41:32: Nämlich...

00:41:34: ...nämlich dass wir zwei gleiche Situation haben nämlich das in internationalen Gewässern jeweils einen Schiff gestoppt gekapert Das können wir jetzt sehen, wie er wollen wurde.

00:41:48: Nur eben, dass das eine Schiff gestoppt und das andere gekapert wurde.

00:41:51: Also Sie sehen was Sprache macht.

00:41:56: Sprache ist so stark und so einflussreich!

00:42:03: Und es ist einen Weltenunterschied ob ich sage ein Schiff wurde gekapart oder ein Schifft wurde einfach gestopt.

00:42:11: Die Situation wurde von Rechtswissenschaften dann gleichermaßen bewertet.

00:42:17: Sie werden natürlich immer kontrahenten finden, es wird für beide Fälle auch Situationen geben wo Rechtswissenschaftler zu dem Ergebnis kommen oder zwar ist das aber zurechtgekapert und nicht gekapert weil es gibt irgendwie Sonderregelungen in internationalen Gewässern

00:42:30: usw.,

00:42:31: Aber die Mehrheit der seriösen Rechtswissenschaftler ist sich einig.

00:42:35: also in beiden Situationen ist dieses Schiff wenn wir so mögen gekapart worden Aber irgendwie eben auch nicht.

00:42:43: Und da fragt man sich doch, wie ist das möglich?

00:42:45: Das stinkt jetzt auch so nach Verschwörung!

00:42:47: Da muss ich den Wind aus dem Segel nehmen.

00:42:49: Dieses Beispiel steht natürlich sinnbildlich für viele andere.

00:42:53: Dahinter steckt aber eine einfache Dynamik und die isst nicht weniger schlimm.

00:42:57: Nämlich... Ich bin mir sehr sicher – ich glaube das definiere ich ja in dem Buch – dass der Ursprung dieser Nachrichten von einer Nachrichtenagentur kommt.

00:43:06: Das

00:43:10: müssen wir ausholen.

00:43:11: Für einen im Raum nicht, das kannst du nicht wissen, weil wir haben einen im Raum.

00:43:16: der war ein DPA Journalist und wenn wir jetzt was Falsches sagen wird er uns gleich aus dach steigen.

00:43:23: Ja sehr gut!

00:43:25: Er leitete nämlich das Landesstudio in Saarland als es diese Redaktion noch gab Und jetzt wird er aufmerksam zuhören, wenn wir definieren.

00:43:36: Also die Bedeutung von Agenturen, von Nachrichten-Agenturen ist welche?

00:43:40: Ja

00:43:41: ich nenne sie ganz provokativ im Buch Die Super Spreader.

00:43:46: Es ist ein sehr besetzter Begriff von Coronazeiten.

00:43:49: das war mir schon durchaus klar aber der Begriff passt einfach so und ich meine es nicht negativ also absolut nicht.

00:43:55: wie gesagt Ich habe selber einen Nachrichten Podcast mit meinem Team Hören Sie übrigens gerne mal rein, lohnt sich Und auch wir beziehen uns natürlich auf Informationen von Nachrichtenagenturen.

00:44:07: Also um es einmal kurz zu erklären, das duale Mediensystem – das haben wir eben erklärt!

00:44:12: Wir haben öffentlich-rechtliche Medien und wir haben private Medien.

00:44:16: Beide gibt ja dann in dieser Medienlandschaft, in diesem dualen System ganz viele Medienhäuser.

00:44:26: Die haben dann unterschiedliche Richtungen, Tendenzen, Ausprägungen usw.

00:44:31: Innerhalb dieser Medienhäuser gibt es natürlich immer eine Redaktion.

00:44:36: und woher beziehen die ihre Informationen?

00:44:40: aus unterschiedlichen Quellen?

00:44:42: Die haben eigene Korrespondenten, die einen mehr, die anderen weniger, die andere gar nicht je nachdem, die in der Welt vertreten sind.

00:44:50: Die einen mehr da, die andern mehr dort.

00:44:53: Das ist das Eine!

00:44:54: die eigenen exklusiven Geschichten, das eigene Material.

00:44:57: Das reicht aber natürlich meistens nicht wenn man sagt, man möchte sein Publikum immer aktuell halten.

00:45:03: Das ist verdammt teuer!

00:45:04: Also es wäre toll, wenn jede Redaktion so viele Korrespondenten hätte dass sie quasi immer nur auf eigenes Material zurückgreift.

00:45:13: Das entspricht aber nicht der Realität, das kann sich eigentlich fast keine Redaktionen leisten.

00:45:17: Also gibt es erfreulicherweise Nachrichtenagenturen auch Presseagentoren genannt große, paar wenige große Platzhirsche wie DPA, Reuters, AFB und so.

00:45:31: Und die produzieren wiederum durch ihr großes Korrespondentennetzwerk ganz viele Nachrichten.

00:45:39: Die haben dann die sogenannten Ticker und spielen sie den Medien zu also nicht umsonst das kostet natürlich.

00:45:46: Man kann sagen fast alle großen Redaktionen in Deutschland sind Kunden dieser Nachrichtenagenturen.

00:45:53: Und das ist gut so, denn ohne diese nachlichen Agenturen wissen wir alle viel weniger Bescheid.

00:45:57: also ich bin dankbar dass es sie gibt und das ist eine gute Sache.

00:46:04: So aber und jetzt kommen wir zum Problem was sich mit Nachrichten-Agenturen habe wenn man so möchte nicht mit den einzelnen sondern systematisch.

00:46:13: Wenn natürlich das ist ja logisch eine Agentur eine Nachricht hat und sie spreadet publiziert sie, teilt sie an all ihre Medienhäuser und Kunden.

00:46:28: Und dann ist es falsch!

00:46:32: Dann haben

00:46:33: wir ein Problem!

00:46:37: Beispiel?

00:46:38: Ich kann Ihnen Beispiel nennen.

00:46:40: Erinnern Sie sich vor wenigen Jahren als die Schlagzeile die Runde machte – ich meine rund um den Globus -, dass russische Raketen in Polen eingeschlagen sind?

00:47:04: Oh, das finde ich nicht lächerlich.

00:47:05: Weil daraus werden ja Dinge abgeleitet.

00:47:12: Klar!

00:47:15: Absolut haben sie absolut recht?

00:47:17: Kein Journalismus ist nicht fehlerfrei.

00:47:20: Was ich nur darauf hinweisen möchte, worauf ich hinweisen will, ist dass wenn Falschnachrichten die Runde machen und daher resultiert dieses Beispiel Und das war nicht meine Falsch-Nachricht, das war einfach an der Stelle ja ein Framing.

00:47:34: Also wenn eine Nachrichtenagentur sagt Israel stoppt einen Boot und An einem anderen Tag sagt die gleiche Nachrichtenagentur, der Iran kapert ein Boot.

00:47:44: Dann erreicht das ohne dass das der Kritik an einer einzelnen Nachrichten-Agentur ist und so meine ich es nicht sondern meine Kritik ist, dass wir uns bewusst werden müssen, dass dieses Framing die Runde macht!

00:47:56: Und was passiert dann?

00:47:57: Tausende – und das ist nicht übertrieben – tausende Journalisten allein in Deutschland nehmen sich das an, copypasten diese Nachricht und reichern es erst später mit einer eigenen Einordnung an.

00:48:12: Und dieses Framing, das waren jetzt drei Beispiele pro Beispiel also dreimal das Wort Carpan aus drei verschiedenen Medien und dreimal dass Wort stoppen.

00:48:22: ich hätte auch zwanzig da reinschreiben können weil das wurde einfach von Extremst viele Medien genauso übernommen und das ist nur ein Beispiel von vielen.

00:48:30: Und dann manifestiert sich das!

00:48:32: Ich möchte damit nur dafür sensibilisieren, dass sich der Frame an dieser Stelle bei uns allen in den Köpfen festsetzt – Bei uns bleibt Hängen der Iran-Kapazschiffe.

00:48:46: Ja, also es geht ja weniger darum ein Medium anzugreifen sondern vielmehr um die Systeme.

00:48:52: Genau,

00:48:53: diese Systemate dahinter!

00:48:54: Ich finde dass wir in Deutschland gut beraten sind viel mehr Systemfragen zu stellen.

00:49:00: das können wir in der Gesundheitsbranche tun Das können wir auch in der Wirtschaftspolitik tun.

00:49:06: Das müssen wir auch zwingend in der Medienpolitik tun.

00:49:10: Deswegen finde ich die Beispiele durchaus gut gewählt, du hast in deinem Buch ja auch Gründe genannt.

00:49:18: Gründe dafür warum denn eine Nachricht einseitig werden kann?

00:49:25: Es sind DERA IV und ich würde dir gerne diese Stichworte geben und ich bitten uns mal diese Stichtworte einzuordnen.

00:49:34: also Warum kann denn einer Berichterstattung einseitig werden, weil ich glaube das ist für alle Zuhörerinnen und Zürer auf die, die zu Hause zugeschaltet sind durchaus spannend.

00:49:48: Grund eins für eine Einseitigkeit kann sein die Kontextualisierung.

00:49:54: Das bedeutet?

00:49:57: Das bedeutet dass wir vielleicht als Journalisten, als Journalistinnen, als Medienverantwortliche grundsätzlich uns manchmal nicht trauen, einen Kontext herzustellen.

00:50:12: Also dass eine Kontextualisierung fehlt weil eine Kontexualisierung oft mit einer Rechtfertigung verwechselt wird.

00:50:21: das ist das was ich eben meinte.

00:50:22: also beim ukrainekrieg ist es ganz oft so gewesen und Beim themane ostes auch ganz oft zu gewesen dass der vermeintliche eindruck entsteht wenn man etwas kontextualisiert würde man damit Dinge die zum Beispiel Terroristen getan haben, relativieren wollen.

00:50:40: Was mit nicht in der Fall ist.

00:50:42: aber ein Kontext herzustellen Ist oft wichtig um diesen vermeintlich einseitigen Eindruck entgegenzuwirken und diese komplexe Wirklichkeit sichtbar zu machen Und dann kann sich jeder ein eigenes Bild machen.

00:50:57: Wenn ich das aber nicht tue Aus Sorge davor da sind wir beim Punkt von eben etikettiert zu werden Dann lasse ich den Kontext weg.

00:51:06: Das passiert in der Praxis oft.

00:51:28: wie wir hierhergekommen sind und was wir daraus lernen können.

00:51:41: Einfach nur auf die Gegenwart zu schauen und eine hochmoralische Position einzunehmen, ist gefährlich!

00:51:50: Ja... Und das kann ich so unterschreiben auch an der Stelle persönliche Meinung.

00:51:57: Die Frage oder weißt du?

00:52:00: Das Ding ist wenn ich etwas kontextualisiere dann Ist das Verbrechen, was mal beim Ukraine-Krieg zu bleiben?

00:52:07: Dieser russische Angriffskrieg auf die Ukraine ist doch immer noch genauso schlimm.

00:52:11: Es bleibt ein genauso großes Verbreche auch wenn ich kontextualisiere.

00:52:17: Aber Kontextualisierung und dass es das was er sagt ist eben wichtig um ein vollständigeres Bild zu kommen zu bekommen, nicht um Schuld zu relativieren.

00:52:26: Denn wenn wir kein vollständigeres Bild haben sind wir nicht in der Lage gute Lösungen zu entwickeln.

00:52:33: und also Entschuldigung wir stehen seit Jahren auf der Stelle.

00:52:36: Also es tut sich herzlich wenig in Sachen Frieden.

00:52:41: Und jetzt kann man sagen Putin will das nicht?

00:52:44: Ich will das Wort nicht relativieren.

00:52:46: ich möchte nur sagen dass ist meine grundsätzliche Überzeugung in meinem Leben.

00:52:51: konstruktiv Bedeutet für mich ein besseres Leben, wenn ich in der Lage bin konstruktiv zu denken.

00:53:00: Bin ich in eine Lage besser nach Lösungen zu suchen und die Chance in irgendeiner Form Frieden zu finden ist höher als wenn ich permanent bei dem Moral stehen bleibe.

00:53:16: Ich finde genauso wie die allermeisten Menschen das der russische Angriffskrieg auf die Ukraine indiskutabel falsch ist.

00:53:25: Aber das heißt nicht, dass ich mir nicht anschauen kann was war in der Vergangenheit?

00:53:29: Das heißt nicht ,dass sich nicht mal über eine NATO-Osterweiterung sprechen kann und darüber, dass es offenbar Menschen gibt die das als Provokationen empfunden haben.

00:53:39: ob ich das nun richtig oder falsch finde, ob ich gut oder schlecht finde ist eine vollkommen andere Geschichte.

00:53:44: aber es gibt einen Kontext einer der uns sicherlich nicht allen gefällt.

00:53:50: ja aber Ich finde Es sollte Aufgabe eines konstruktiven Journalismus sein, ein möglichst vielschichtiges Bild zu zeichnen um all diese Gedanken mitzudenken.

00:54:02: Um zu verstehen wie denkt ein russisches Regime was ist da los?

00:54:08: und wie gesagt wir natürlich.

00:54:10: ich informiere mich auch und natürlich weiß ich wie im Kreml die eigene Bevölkerung eingebrieft wird.

00:54:18: auf ein bestimmtes Narrativ ist mir vollkommen klar Aber das lassen wir mal im Moment da.

00:54:23: Das heißt nicht, dass ich mich nicht trotzdem damit auseinandersetzen kann und darüber aufklären kann, welche Narrative es gibt!

00:54:29: Denn wenn ich sie kenne – und wenn mir sie kennen – dann ist die Chance höher, dass kluge Menschen in dieser Gesellschaft zu besseren Lösungen kommen.

00:54:38: Erklärung und Rechtfertigung werden oft miteinander verwechselt?

00:54:43: Du beschreibst als zweiten möglichen Grund für eine Einseitigkeit fehlende Zugänge und Kontakte.

00:54:51: Was meinst du

00:54:51: damit?".

00:54:53: In Bezug auf die eine Ostberichterstattung meine ich, es wurde ganz oft gesagt.

00:55:03: Die Diskussion habe ich vielfach geführt in Redaktionen Ja wir können ja niemanden erreichen Wir haben da gerade keinen von uns.

00:55:13: Also Gaza ist nicht der Mars sag' ich immer wieder.

00:55:17: Es ist da Leben Menschen Da sind Journalisten, man hätte mit denen reden können.

00:55:20: Und ja, Fairpoint von außen werden Journalisten nicht reingelassen.

00:55:25: Israel unterbindet das ist Fakt seit Jahren.

00:55:30: Das heißt aber nicht dass es nicht innerhalb des Gazastreifens genug Möglichkeiten gegeben hätte und auch immer noch gibt mit Journalisten zu sprechen.

00:55:38: und da ist ja ein Narrativ im Bild oder Welt.

00:55:43: einer der beiden Medien hat es groß auf die Bühne gehoben.

00:55:45: ich glaube muss ich noch mal checken, sogar eine Rügel dafür kassiert vom Presserat.

00:55:53: Dass sozusagen Journalisten als Terroristen dann wiederum etikettiert werden im Gaserstreifen – das heißt man kann die nicht glauben!

00:56:03: Das ist krass, das ist ne krasse Aussage.

00:56:08: Also überzustöten dass von diesen wieviel zwei Millionen Menschen im Gasserstreifen also quasi alle Journalisten-Terroristen Das ist wirklich eine pauschale Aussage, die seinesgleichen sucht.

00:56:20: Ich merke das mir sehr viel Gesprächsstoff auslöht... Muss

00:56:22: aber ganz kurz dazusagen ne?

00:56:24: Was ich gerade mit der Schlagzeile in Bezug auf das Axel-Springer-Medium meinte bezog sich aber einen konkreten Terrorist nicht auf alle.

00:56:31: Aber durchaus ist es eben so dass in Axels Springer Medien palästinensische Journalisten oft diesen Anstrich bekommen und in Bezug auf diesen konkreten Journalisten meine ich, dass es sogar noch übel gab weil es eben Weil es die Vermierung ist.

00:56:50: Ich wollte gerade hinzufügen,

00:56:51: ich merke da im Publikum wir haben viel Gesprächsstoff ausgelöst.

00:56:55: den nutzen wir auch gleich und vertiefen denen auch gleich.

00:56:58: Ich würde trotzdem gerne noch das Thema der Einseitigkeit zu Ende führen.

00:57:03: du nennst den Faktor Mensch nämlich das persönliche Mindset und meinst damit was?

00:57:11: Habe ich mich auch bezogen auf die in der Ostberichterstattung?

00:57:13: Kann man natürlich alles beziehen, aber die Punkte bezogen sich explizit.

00:57:17: Waren ja in der Analyse zu finden.

00:57:18: da zu dem Kapitel und damit ist die Sozialisierung gemeint.

00:57:22: also ich meine das ist ja uns allen ihnen noch mehr als mir logischerweise ein Gefühl und ein Begriff ein bekanntes Gefühl dass wir aufgewachsen sind und sozialisiert sind Mit dem, was damals passiert ist.

00:57:42: Also mit der Schuld die einher geht... ...mit dem was im Zweiten Weltkrieg passiert ist, den Holocaust und ich habe das von Kind an, wurde mir das vermittelt und auch zurecht Was wir da getan haben in der Vergangenheit Und dass das ein Verbrechen ist, dass es so kein zweites mal gibt und wie schlimm das ist.

00:58:08: und diese Sensibilisierung dafür Und diese Loyalität, die Verantwortung, die daraus resultiert gegenüber der jüdischen Bevölkerung.

00:58:20: Die führt ja mehr oder weniger zwangsläufig dazu, weil die jüdische Bevölkerung ist ja nicht die jüdische Bevölkerung, sie ist ja sehr divers in sich wird aber von außen als eines betrachtet.

00:58:30: das ist für uns auch eine da geht man ja nicht ran.

00:58:33: also im Prinzip das war es ich damit meine sind wir so sozialisiert dass wir oder einen Teil sozusagen in Bezug jetzt auf Medienverantwortliche, nichts in Frage stellen.

00:58:47: Und da muss ich Axel Springer Medien einfach nennen was die israelische Regierung tut weil wir haben diese Solidarität Wir haben diese Verantwortung und die ist bedingungslos!

00:58:59: Da habe ich ein großes Problem mit.

00:59:01: Ich habe überhaupt gar kein Problem damit zu sagen ich bin Deutsche und meine Geschichte verpflichtet mich dazu jüdisches Leben Besonders zu schützen.

00:59:12: Sofort!

00:59:12: Das fühle ich und da habe ich keine Probleme, überhaupt nicht.

00:59:15: Aber ich hab ein Problem damit zu sagen... Ich muss aufpassen ob und wenn ja wie die israelische Regierung und das israelische Militär dafür kritisiere für das was es anderen Menschen anzut.

00:59:30: Denn dann bin ich wieder bei der Grundüberzeugung.

00:59:32: Jeder Mensch auf diesem Planeten ist gleich viel wert Und oft sind das für uns Schatten?

00:59:39: Wenn man auf den Gazerstreifen schaut, und so ist ja auch die Berichterstattung.

00:59:42: Die ganzen Toten werden in Zahlen zusammengefasst aber... Und die sind wie Schatten!

00:59:47: Aber das sind Menschen!

00:59:49: Das sind Mütter- und Väter- und Kinderoma-Opa.

00:59:52: Das sind Menschen wie hier auch.

00:59:54: Und sie haben ein Leben wie wir auch.

00:59:56: Sie haben auch die gleichen Gefühle wie wir.

00:59:58: Die unterscheiden sich nicht im Wesentlichen von uns.

01:00:01: Und irgendwie habe ich das Gefühl in der Berichtestattung, wirkt es aber manchmal so?

01:00:06: Damit hab' ich ein großes Problem Und daher resultiert das diese Kritik daran, auch der Sozialisierung.

01:00:15: Dass ich sage ja jüdisches Leben ist natürlich eine besondere Verantwortung für uns, es schließt aber überhaupt nicht aus dass nicht auch anderes Leben vor uns besondere verantwortung ist und dass wir nicht kritik üben müssen scharfe kritik wenn wir sehen dass so viele Menschen zu unrecht ihr leben verlieren.

01:00:43: Den vierten Grund für die Einseitigkeit hast du uns schon genannt, das ist ja die Angst eines Journalisten Anti-Semitz genannt werden zu können.

01:00:54: Deshalb will ich jetzt nicht nach einer Einordnung fragen sondern eher was können wir denn aus deiner Sicht dagegen tun gegen diese Angst?

01:01:02: Was müsste denn passieren damit auch dort es zu mehr Wahrhaftigkeit kommen kann?

01:01:08: Ja erfreulicherweise ist es besser geworden.

01:01:14: Es ist kein, ich finde immer noch ein großer Missstand.

01:01:17: aber es ist kein Vergleich mehr zu der Zeit nach dem siebten Oktober wo wie ich das eben beschrieben habe die palästinensische Seite sehr unter dem Radar lief.

01:01:29: nichtsdestotrotz... Ich meine wenn man jetzt zum Beispiel mal vergleicht im hier und heute was im Libanon gerade passiert also auch da!

01:01:40: grotesk, die Art der Kriegsführung.

01:01:45: Es ist aber von Anfang an so gewesen dass es ein bisschen mehr abgebildet wurde mit einem bisschen mehr Selbstverständlichkeit ganz vorsichtig in Anführungszeichen im kritischen Umgang der israelischen Kriegsführung und der Bewertung von deutschen Journalisten als das in der Zeit war.

01:02:07: sagen wir mal grob Oktober bis Dezember.

01:02:14: Das war wirklich absolute rote Zone, das war Alarmzustand für mich persönlich weil da war einfach überhaupt nichts von Differenzierung zu merken.

01:02:21: und jetzt sehen wir zumindest es gibt eine gewisse einen gewissen Mut einer gewisse Bereitschaft da genauer hinzuschauen und auch zu kritisieren wie wir das bei jeder anderen Lage dieser Art machen würden.

01:02:35: aber wenn du mich fragst was muss passieren damit Wir da zu einer Art grundsätzlichen Seriosität kommen bei diesem Thema in der Berichterstattung, dann braucht es mein Mut von Medienverantwortlichen.

01:02:54: Es braucht und das ist ja immer ein gemeinsames, ich nenne das im Buch toxische Symbiose zwischen Rezipienten und Medien also die stehen miteinander in Verbindung.

01:03:10: Das, was wenn ich zum Beispiel auf Social Media beleidigt werde als Antisemitin weil mich dazu äußere wie Israel Kriege führt.

01:03:23: Dann hat das natürlich Auswirkungen auf meinesgleichen.

01:03:26: also in meinem Fall nicht.

01:03:27: Ich mache es trotzdem.

01:03:28: Ich kann es aber auch.

01:03:29: Ich habe keine Sorge meinen Job zu verlieren.

01:03:32: Ich bin auch nicht abhängig in dem Sinne und meine emotionale Ressource reicht dafür auch aus.

01:03:39: Das kann ich aber nicht jedem überstülpen.

01:03:40: Nicht jeder ist in meiner Lage, weder mental noch von seiner Lebenssituation her.

01:03:48: Also es bräuchte weniger Verurteilung aus der Bevölkerung, weniger Label, weniger Etikettierung und es brächte mein Mut von Journalisten dem auch entgegenzustehen und sich davon zu lösen dass es immer Menschen geben wird die anders überstulpen wollen.

01:04:06: Aber das ist, muss man auch sagen nicht exklusiv nur in Bezug auf das Label Antisemit.

01:04:11: Ich sage das auch in dem Buch.

01:04:13: Das gilt für mich genauso für Nazi-, Corona-Leugner-, Putinfreund.

01:04:20: Also das sind ja genau so Labels wo jemand wirft die in den Raum und auf einmal verstummt ein gewisser Teil der Journalisten weil sie Angst haben als ein solches gelegelt zu werden.

01:04:32: Und wenn wir hinkommen wollen zu einer vielschichtigeren differenzierten Berichterstattung, dann müsste das abnehmen.

01:04:39: Auf der einen Seite und auf der anderen Seite bräuchte es mehr Mut dem entgegenzustehen.

01:04:45: Leben wir in einer Gesellschaft, in der wir viel zu wenig noch aushalten können?

01:04:57: Das ist eine gute Frage!

01:05:01: Müssen wir alles aushalten gegen

01:05:04: Frage?!

01:05:05: Also wollen wehrein einer Gesellschaft leben wo Journalisten Die andere Perspektiven spiegeln, beleidigt und bedroht werden?

01:05:16: Ich hätte in der Tat eher die andere Perspective aufgenommen.

01:05:19: Nämlich dass ein Chefredakteur auch dann noch zu dem Journalisten steht wenn er eine Position eingenommen hat die jetzt vielleicht für... ...die schreiende Minderheit nicht mehr in Ordnung zu sein scheint.

01:05:35: Wir kennen ja die Theorie der Schweigespirale die besagt ja das die Minderhalt schreit Und glaubt sie seien der Mehrheit und die Mehrheit schweigt, weil sie glaubt Sie seien der Minderheit.

01:05:46: So machen hier in Deutschland ja auch regelmäßig nur noch Minderheitenpolitik.

01:05:50: Deswegen stellt sich für mich die Frage müssten wir viel mehr wieder aushalten damit wir wieder in die Breite kommen, damit genau das was du beschreibst nicht mehr eintritt?

01:06:02: Nach dieser Logik Ja!

01:06:05: Aber was du ja nicht vergessen darfst und das eine schließt das andere nicht aus.

01:06:08: also in der Theorie müssen wir mehr aushalten um mehr zu einem Konsens finden.

01:06:15: Gleichzeitig ist jeder Journalist ja auch Privatperson, Mensch und das ist genau die Schwäche dahinter.

01:06:22: also im Sinne von... Die meisten Menschen haben irgendwann noch mal genug, wenn wir jetzt im Rheinland sagen Also ich will damit sagen Ich glaube es ist beides.

01:06:32: Wir brauchen natürlich ein dickes Fell Und gleichermaßen finde dürfen wir, damit meine ich jetzt pauschal an das kann nicht die Antwort gerade nicht formulieren als deutsche Gesellschaft dürfen wir auch respektvoller sein.

01:06:48: Ich finde wir dürfen auch andere Meinungen anhören ohne direkt zu labeln.

01:06:53: also nicht jeder der ein Problem mit der Migrationspolitik der Vergangenheit hatte, ist Nazi.

01:07:00: Und nicht jeder, der sich gegenüber der israelischen Kriegsführung äußert, ist ein Antisemit oder nicht jeder.

01:07:07: Der sagt Leute wir haben seit vier Jahren Ukrainekrieg da passiert einfach nichts.

01:07:12: Wir brauchen mehr Diplomatie!

01:07:13: Nicht jeder von denen ist ein Putinfreund.

01:07:15: und nicht jeder der sagt also mit Corona was da gelaufen ist Und die Maßnahmen, wir konnten ja gar nichts mehr machen.

01:07:23: Wir konnten zu vier Joggen gehen, da wurden wir schon Blut angemacht.

01:07:26: Nicht jeder der das sagt ist ein Corona-Leugner.

01:07:28: also weiß worauf ich hinaus will ne?

01:07:30: Ich finde es ist beides.

01:07:32: Journalisten müssen natürlich viel aushalten weil ansonsten... Schweigespirale.

01:07:37: und andererseits dürfen wir auch gerne mal einen anderen Umgang miteinander pflegen.

01:07:41: Wir dürfen toleranter gegenüber der anderen Meinung sein, wir müssen sie uns nicht zu eigen machen aber wir dürfen doch mal hinnehmen dass Menschen Probleme mit Dingen haben und da vielleicht eine Meinung haben die wir nicht vertreten.

01:07:52: und dann schauen können wir diskutieren können wir ein Konsens... wir werden nicht immer einen Konsens finden.

01:07:58: ich glaube ich werde beim Thema na Ost mit Axelspringer Medien nie... Sorry!

01:08:02: Ich meine mit Bild und Welt.

01:08:03: Axel Springer Medien ist auch viel zu pauschal.

01:08:05: Aber mit Bild und Welt werde ich, glaube ich, nie einen Konsens finden in Bezug auf die deutener Ostberichterstattung.

01:08:10: Aber... Und deswegen war ich ja auch da.

01:08:12: trotzdem müssen wir doch miteinander reden!

01:08:14: Wir müssten doch miteinander diskutieren und wir können auch miteinander streiten und das können wir tun ohne dass wir den anderen deformieren.

01:08:21: Das müssen wir tun, ohne den Anderen zu labeln Weil wenn wir immer so weitermachen fragmentiert sich das alles immer weiter und wir sind in unseren Bubbles und keiner redet am Ende mehr mit keinem Es sei denn er hat die gleiche Meinung wie ich.

01:08:35: Das schweißt uns als Gesellschaft nicht unbedingt zusammen.

01:08:39: An einem liberalen Ort erwarte ich jetzt eigentlich einen Applaus.

01:08:49: Ich würde gerne einen harten Krat machen, wir sind auf einer hohen Flugüber ankeuern und ich habe noch jede Menge Fragen aber ich will sie mal ganz kurz runterbrechen vielleicht auch so ein bisschen praktisch in den Alltag reingedacht.

01:09:08: Nun ist es ja so, dass wir bei all diesen Themen über die wir jetzt gesprochen haben in der Regel immer Negativismus drin hatten.

01:09:15: Kriege auseinandersetzungen, Corona... Mein Deutschlehrer hatte mal gesagt je toter umso besser.

01:09:24: was machen negative Nachrichten mit einem und mit der Gesellschaft?

01:09:28: Und wie kommen wir da wieder raus?

01:09:31: Unser Podcast hören!

01:09:32: Jetzt muss ich mal Werbung machen.

01:09:37: Genau, du sprichst an die Nachrichtenmüdigkeit und es ist so dass das Studiendage sich da einig.

01:09:48: Bad news or good news?

01:09:49: Das ist ja ein ganz altes Motto, das sich immer noch trägt vielleicht sogar mehr denn je.

01:09:57: Und das führt dazu, weil dahinter stehen natürlich die altbekannten Mechanismen, Sensation, das funktioniert.

01:10:04: Angst unser Gehirn Also evolutionär und breindiologisch darauf ausgerichtet, Angst ganz stark als Trigger zu spüren warzunehmen.

01:10:15: Und deswegen nehmen wir negative Nachrichten stark wahr.

01:10:18: Wir wissen das in der Medienbranche.

01:10:20: Wie gesagt auch selber Privatmenschen und Wissen was uns sozusagen anspricht wo unsere Aufmerksamkeit sich hinlenkt und heben das auf das Podest.

01:10:30: Das führt dann so eine Art Nachrichten-Müdigkeit.

01:10:34: Das heißt immer mit Menschen wenden sich ab, weil sie sagen ich kann mir das einfach nicht mehr antun.

01:10:39: Es macht mein Leben noch einfach nur schlechter und ich verstehe das.

01:10:44: Ich bin Journalistin und ich war selber schon x-mal an dem Punkt wo ich dachte ich kann es mich nicht mehr anhören ist auch jeden Tag die gleiche Suppe Ein Teufelskreis, egal ob wir jetzt über den Iran Krieg oder über Ukraine oder was auch immer reden.

01:10:58: Meine Güte ist macht mein Leben nicht besser und ich lerne noch nichts mehr dabei!

01:11:02: Und da ist der Ansatz.

01:11:04: wenn du mich fragst was können wir verändern?

01:11:06: Das war die Motivation das ich letztes Jahr eine neue Redaktion gegründet habe.

01:11:11: und wie gesagt haben Wir machen einen Nachrichten Podcast indem wir natürlich auch die großen Geschehen mitnehmen aber in dem wir ganz bewusst Mechanismen bewusst, der Sensationslogik.

01:11:22: Der Nachrichtenmüdigkeit und so weiter... Und überlegen wie können wir das kompensieren?

01:11:27: Also wie kann man konstruktiv ohne zu beschönigen?

01:11:33: Dinge die nun mal krass sind muss man auch als solches benennen.

01:11:37: also ich bin kein Fan davon zu sagen eigentlich alles gar nicht so schlimm.

01:11:40: doch es gibt schlimme Dinge und hier müssten wir auch beim Namen nennen.

01:11:43: und gleichzeitig können wir schauen Wie können wir ein Programm jeden Tag auf die Beine stellen dass wo man was mitnimmt, wo man etwas lernt.

01:11:52: Was konstruktiv ist und was vor allem blinde Flecken reduziert.

01:11:56: um da einmal ganz kurz das aufzugreifen mit den Nachrichtenagenturen auch da die haben natürlich einen westlichen Fokus auch wenn sie überall in der Welt vertreten sind und dass es auch gut so und trotzdem richtet sich dieses richten sich die Tickermeldungen ja an westliche Kunden und dementsprechend ist der Fokus innerhalb dieser Nachrichten die dann ganz viele Redaktionen erreichen einer einem westlichen Narrativ entspricht, also der Menschen aus dem Westen interessiert und anspricht.

01:12:25: Und auch das ist ja schon ein Bayes!

01:12:27: Dann werden ganz viele andere Nachrichten und Dinge die auf der Welt passieren ausgeblendet.

01:12:32: Das versuchen wir um einen konstruktiven Ansatz zu haben, zu kompensieren.

01:12:36: Wir haben den Wirtschaftsschwerpunkt weil ich bin großer Fan der Wirtschaft hat er erzählt mein Vater kam aus Jordanien und deswegen bin ich Fan der.

01:12:48: Gibt es diesen gemeinsamen Nenner, der uns so benichtgroß geworden verbindet?

01:12:52: Also über, wenn wir so wollen, kulturelle vielleicht religiöse Differenzen auch hinaus.

01:13:00: Es gibt diesen Nenners, diese gemeinsamen Interessenwohlstand.

01:13:05: Jeder Mensch ist interessiert an Wohlstanden und das ist für mich was Gutes!

01:13:10: Und das zu erwirtschaften, ist was Tolles.

01:13:14: Das hat mein Vater mir vorgelebt und ich habe gemerkt gerade weil er auch ganz viele Verbindungen hat mit seinem Geschäft ins Ausland wie toll das einfach ist über Wirtschaftsverbindungen zum Ausland zu haben und wie viele blinde Flecken wir haben.

01:13:26: Und das machen wir in der Berichterstattung.

01:13:28: also das heißt Wir berichten über Zum Beispiel von, weiß ich glaube vor einem Monat war das aber ist mir so hängen geblieben.

01:13:36: Es sind in Indien über einhundert neue Klimaresistente Samen sozusagen erfunden worden durch einen Programm auch der indischen Regierung zusammen mit Wissenschaftlern um einfach die Wirtschaft klimaresistent aufzustellen.

01:13:53: Super super spannend hat hier keiner berichtet weil Was interessiert uns das?

01:13:58: Könnte man denken.

01:13:59: Man könnte aber auch denken, was interessant ist, die Inderdam machen können wir das auch so?

01:14:03: oder dass in Afrika in Kenia war.

01:14:05: es glaube ich der erste afrikanische Weltraumbahnhof entsteht.

01:14:09: Weltraumwirtschaft ganz großes Thema und alles ist mittlerweile über Satelliten verbunden unsere Infrastruktur Alles läuft über Satteliten.

01:14:17: im Weltraum passiert unfassbar viel wirtschaftlich ökonomisch Und ein neuer Weltraumbahnhof ist eine interessante Sache, hat hier keiner darüber berichtet.

01:14:25: Also all solche Sachen.

01:14:26: ich will damit nur sagen so kann man einen Nachrichtenprogramm auch ausgestalten um in irgendeiner Form Balance für die Seele herzustellen.

01:14:35: das ist das worum es mir geht zu sagen dass negative Das ist eine Bewertung die ich jetzt vornehme.

01:14:41: aber so sehe ich das.

01:14:42: also Kriege zum Beispiel das ist negativ und wir können das nicht positiv frame.

01:14:47: Wir können aber trotzdem schauen In welchem Ausmaß, mit welchem Fokus und welches Worling verwenden wir?

01:14:55: Und was erzählen wir

01:14:56: noch?".

01:14:58: Das ist die Definition von einem konstruktiven Journalismus der in Deutschland noch viel zu wenig beachtet wird.

01:15:05: Man könnte ja meinen ein Journalist würde dann PR machen für irgendwelchen, für wen auch immer vielleichte für die nach denen ich am Anfang gefragt hatte ob Merkel oder oder Merz.

01:15:18: Ich würde gerne, da wir ja schon lebhaft diskutiert haben mit dem Publikum, gerne noch auch mit Blick auf die Uhr noch drei Fragen zulassen.

01:15:26: Also wenn doch jemand Fragen hat dann bitte Feuer frei!

01:15:29: Die erste Hand war Lothar Waschert.

01:15:32: Vielleicht zur Einordnung Lotha?

01:15:35: Mary der Lother war der Wirtschaftschef dieser Brücker Zeitung und bin heute noch freischappend.

01:15:42: Es gibt ja Ich war nie in Berlin, aber man spricht ja immer von der Berliner Blase.

01:15:48: Das heißt also dass man so ein bisschen regelmäßig trifft das mich dann auch wenn man sich etwas kennt persönlich und nicht betut, weil man auch mal im Regierungsliga mitfliegen durfte und mal ein bisschen Hintergrund hatte, dass man da auch eine gewisse Scham hat um aggressiv zu sein.

01:16:05: was ist davon zu halten?

01:16:08: In Wirklichkeit ist das wirklich schon... Ein bisschen Common Sense Geschichte.

01:16:11: oder gibt es da auch wirklich noch konsultive Kritik?

01:16:14: Oder Leute, die da so ein bisschen gegen den Start locken.

01:16:20: Ich muss sagen ich komme ja nicht aus Berlin sondern ich arbeite aus Düsseldorf.

01:16:28: andere Kultur im Rheinland kann ich nur sagen.

01:16:32: Ich habe dieses Berliner Bubbleleben nie gelebt.

01:16:35: deswegen tue ich mich schwer das zu bewerten.

01:16:38: Ich kenne natürlich viele Berliner Journalisten und weiß darüber auch einiges.

01:16:43: Aus der Beobachtung von Außen heraus, aus dem Rheinländischen Ausland auf Berlin blickend würde ich sagen das ist ein Wechselspiel wie grundsätzlich im Journalismus und in der Politik.

01:17:00: Im Sinne von es braucht eine Verbindung Und natürlich ist es so, dass wenn ein Politiker Vertrauen zu einem Journalisten hat andere Informationen fließen.

01:17:12: Und gleichzeitig ist es genau so das der Journalist oder die Journalistin weiß, dass sie die Berichterstattung beschönigt zugunsten eines Herrn Merz oder einer Frau Merkel auch Sorge weil sie sonst in Kontakt nicht mehr hat und nie wieder mitfliegen darf macht sie sich sehr unglaubwürdig.

01:17:33: Und dass dieses Bewusstsein ist schon auch da, das heißt aber nicht, dass es nicht diesen Mechanismus gibt und das nicht vielleicht... Das ist ja auch ganz schwer zu beweisen.

01:17:42: also in welchen Fällen lässt sich das schwarz auf weiß beweisen?

01:17:45: Das ist so abstrakt.

01:17:47: dieser Vorwurf ist sehr abstrakt.

01:17:49: wer kann beweisen wie's wirklich war oder was fehlt welche Teilinformationen vielleicht weggelassen wurde?

01:17:55: keiner weiß.

01:17:57: ich glaube Am Ende ist es auch hier wieder beides.

01:18:00: Es gibt das eine, es gibt das andere.

01:18:02: Mary, wir hatten mal einen Ministerpräsidenten im Saarland.

01:18:05: der wurde später Bundesverfassungsrichter.

01:18:10: Der hat diese Situation zwischen Journalisten und Politikern wie folgt beschrieben?

01:18:18: Im Rahmen einer Jubiläumsfeier bei der Saarbrücker Zeitung hat er die Festrede gehalten in dem Staatstheater und hat beschrieben dass die beiden sind wie Stachelschweine Kommen Sie sich zu nahe, pieksen sie sich.

01:18:30: Sind Sie zu weit voneinander entfernt?

01:18:32: Vermissen Sie sich!

01:18:34: Das ist so ein gutes Dein Bild!

01:18:35: So, abend gehen wir zur nächsten Frage!

01:18:40: Ja, schön.

01:18:40: Danke mein Name ist Michael Schaal.

01:18:42: Ich bin sehr beeindruckt von Ihrer offenen Darlegung und auch vor der Buchbesprechung zumutigen Themen.

01:18:51: Sehr mutigen

01:18:52: Themen Dankeschön.

01:18:54: Ich habe jetzt eine Frage zu einer Begebenheit die an sich nicht allzu bekannt ist.

01:18:59: Der EU-Rat, bestehend aus den Fachministern, Innenministern oder anderen Fächer hat beschlossen, Sanktionen in Europa gegen einige hundert Journalisten zu erlassen.

01:19:12: Und diese sehr scharfe Sanktsionen konnten Sperrung, Berufsverbot und Hilfsverbot – es darf ihnen nicht geholfen werden!

01:19:22: Einige Hundert Journalistinnen in Europa trifft das.

01:19:26: Zum Beispiel, eine bekannte Persönlichkeit ist der Jacques Boe.

01:19:31: Ein ehemaliger NATO-Hauptquartiersmitarbeiter, der unter Sanktionen gesetzt wurde.

01:19:36: Rottensperren und dergleichen Das auch man könnte sagen weil die Meinung jetzt nicht so unbedingt in den Mainstream hineinpasst.

01:19:48: Meine Frage da auch ihre Meinung

01:19:52: doch

01:19:53: entgegend ist Allgemeinen Anschauung, jetzt liegt.

01:20:02: Haben Sie auch Angst vor Repressionen im Netz?

01:20:05: mit Sicherheit?

01:20:07: Gibt es da Repression aber auch für offiziellen Tange?

01:20:18: Also das äußert sich ja dann auf verschiedenen Ebenen.

01:20:22: also ich habe Stand jetzt.

01:20:24: Keine Sorge, vielleicht ist das naiv?

01:20:26: Vielleicht ist das selbstbewusst?

01:20:27: Vielleicht dieses Beides und auch nichts davon?

01:20:29: Ich weiß es nicht!

01:20:30: Ich habe keine Sorge vor offiziellen Sanktionen oder so weil ich der Meinung bin dass was ich sage ist echt okay.

01:20:38: So... Es ist äh.. Ich relativiere nichts.

01:20:43: Ich bin am Ende daran interessiert, dass wir einen gemeinsamen Nenner oder zumindest eine Schnittmenge finden, in der wir uns treffen können.

01:20:53: Und wenn das sanktioniert wird, dann soll es so sein.

01:20:56: Das ist das Eine.

01:20:58: Das andere ist und das erlebe ich, das habe ich erlebt ganz krass nach dem, also sagen wir mal, Oktober November zwanzig-dreinzwanzig Bedrohungen.

01:21:10: Also jetzt nicht von staatlicher Seite sondern von privater Seite auf Social Media.

01:21:14: Teilweise in privaten Nachrichten und teilweise sogar mutig, wenn man das so nennen möchte in meinen Kommentar schweiten und auch gar nicht so unbekannte Persönlichkeiten.

01:21:27: Also Menschen die im TV als Experten auftreten regelmäßig mit großen Reichweiten, die mir dann schreiben weil ich genau das gesagt habe was ich jetzt hier gesagt und erläutert habe nämlich wir müssen bitte hinschauen was da passiert und es kann nicht sein dass unschuldige Menschen ihr Leben verlieren und wir darüber nicht berichten.

01:21:48: Das ist doch nicht unser Anspruch.

01:21:50: Und es hat nichts mit Differenzierung zu tun und wurde dafür bedroht, da wurde damals gesagt ich werde mich an Ihren Chefredakteur wenden und glauben Sie mir sie werden Ihre Positionen nicht mehr lange behalten.

01:22:03: und das ist natürlich enormer Druck gewesen begleitet von ganz vielen verschiedenen Gefühlen die mal... Ich konnte mich mal mehr davor schützen und mal weniger Also sowohl vor diesen verbalen Angriffen als auch vor den Gefühlen, die das so mit sich bringt.

01:22:22: Mal hat mich das irgendwie kälter gelassen und mal ging das richtig unter die Haut.

01:22:28: Aber so ist es dann!

01:22:29: Was soll ich sagen?

01:22:30: Ich würde mir wünschen dass es anders wäre und würde mir Wünschen, dass Menschen das nicht tun würden.

01:22:35: aber ich glaube ein Stück weit wird es immer Menschen geben wie das tun muss man sich vielleicht irgendwann entscheiden.

01:22:41: was ist jetzt das geringere Übel?

01:22:43: Ist es für mich leise zu sein und das nicht mehr zu haben, dass Menschen mich so angehen?

01:22:48: Oder ist es für mir das größere Übel leiser zu sein weil ich dann den inneren Kampf... Und das ist mein natürliche.

01:22:55: Ich habe eine Zeit lang damit meine ich jetzt so zwei drei Wochen war ich dann wirklich relativ still.

01:23:01: Ich kann nicht mehr!

01:23:02: Es ist echt irre anstrengend und ich hab ja auch ne Familie und man hat ja auch die wildesten Dinge im Kopf.

01:23:08: was bin ich da vielleicht irgendwie, weiß ich nicht.

01:23:11: Nicht dass ich dann nachher noch mal eine Familie fährde oder so.

01:23:15: Das sind ja alles Ängste die man hat und irgendwann mit auch ausreichend Rückhalt aus der Familie und aus Menschen die mich kennen und denen was an dem Thema liegt findet man zu sich zurück.

01:23:28: und zu sich zurückfinden hat für mich bedeutet es ist für mich das größere Übel leise zu sein weil dieser innere Kampf das macht mich fertig.

01:23:38: also Mir selber, ich sage jetzt mal einen Maulkorb anzulegen.

01:23:45: Nur damit ich irgendwie Seelenfrieden habe ist am Ende kein Seelen Frieden.

01:23:48: weil wenn ich später zurückschaue... Ich denke immer so in ... Wenn ich alt bin und meine Kinder groß sind und mich irgendwann fragen wie hast du dich denn damals verhalten?

01:24:02: Was hast Du denn damals gesagt?

01:24:05: Das hast Du dann damals gemacht!

01:24:06: Ja du warst doch Journalistin was du auch eine von denen, die da geschwiegen haben.

01:24:10: Und ich selber ... Ich hab Medienpolitikwissenschaften studiert und mich viel mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt und auch darüber wie Medien damals berichtet haben und wieder so die Meinungen oder überhaupt was gesagt wurde in der Bevölkerung und was nicht.

01:24:29: Und die Flugblätter damals von den Alliierten und Menschen erfahren haben usw.

01:24:33: Ich habe mir damals gedacht, wie haben sie sich denn damals da verhalten?

01:24:39: Daher resultiert dieser Gedanke dass ich mir denke wenn ich Kinder habe die irgendwann groß sind und mich das eventuell fragen dann ist das wirklich das Gegenteil von Seelenfrieden.

01:24:49: wenn ich darauf keine Antwort hab mit der ich gut leben kann im Hier-und Jetzt.

01:24:53: Das bedeutet für mich

01:24:58: Dann nehmen wir noch eine letzte Frage mit.

01:25:00: Oh, die letzte!

01:25:01: Matthias Zimmer?

01:25:02: Ja.

01:25:05: Sie haben gesagt bei der Wirtschaft da fühlen sie sich wohl, da hat ihr Vater sie hingeführt.

01:25:10: Da findet man eine gemeinsame Basis.

01:25:11: das ging mir so richtig runter war ich doch mein ganzes Leben lang Lehrer für Wirtschaft.

01:25:17: können Sie ein bisschen mehr über Ihren Vater sagen als das Netz vor vereinlicht

01:25:23: Das Netzverein,

01:25:24: ich versuchte jetzt über ihren Vater was herauszufinden und

01:25:27: das.

01:25:29: Also sagen Sie nur das, was sie sagen

01:25:30: wollen?

01:25:31: Ja klar!

01:25:31: Gerne ja.

01:25:32: also mein Vater ist in vielerlei Hinsicht meine Mutter auch.

01:25:35: Ich bin meine Mutter nicht vernachlässig.

01:25:37: Er ist ein ganz ganz tolle Frau und ein großes Vorbild in vielerer hinsicht vor allem wegen ihrer Toleranz und ihrer Weitsicht und meinen Vater ist aber auch ein ganz großes Vorbebild für mich weil er kam eben hierher...also mein Vater Um das sinnbildlich zu machen, in der Wüste groß geworden.

01:25:56: In Jordanien mit zehn Geschwistern und er ist der Jüngste Und erst irgendwann.

01:26:07: die Wirtschaft in Jordanien war und isst nicht gut.

01:26:11: Es gibt wenig Perspektiven und seine Eltern haben damals gesagt wie auch zu anderen seiner Geschwisters Schaut dass ihr Fußfast studiert lernt, bildet euch.

01:26:25: Leider haben wir hier das Bildungssystem nicht so wie wir es uns wünschen.

01:26:28: vielleicht irgendwann einmal aber versucht eure Chance im Ausland und mein Vater ist nach Deutschland und hat die Sprache gelernt, hat sich selbstständig gemacht mit einem Lkw- und Baumaschinenhandel, hat mit einem Auto angefangen.

01:26:45: also ist das Auto quasi von hier noch Jordanien gefahren über sämtliche Routen und er hatte einen ganz kleinen Stil angefangen ist im Prinzip herbekommen mit nichts und ist heute, mit dreiundsebzig immer noch ein gestandener Geschäftsmann.

01:27:04: Und so bin ich erzogen worden.

01:27:06: in Prinzip also es geht uns sehr gut finanziell muss ich offen und ehrlich sagen und gleichzeitig war's immer so dass mein Vater und meine Eltern beide uns dahin geführt haben in Richtung Leistungsglück und Leistungsprinzip.

01:27:24: Von nichts kommt nichts, nur weil es uns finanziell gut geht heißt das nicht dass ihr jetzt hier euren faules Leben machen könnt sondern von Nichts Kommt Nichts schaut was ihr machen wollt was euch interessiert wenn ihr's nicht wisst findet ist heraus so und das finde ich erstrebenswert und hab darüber gelernt auch in der Beobachtung für meinen Vater dann eben die seine Geschäftsbeziehungen aufgebaut hat.

01:27:57: Nach Jordanien und nach Deutschland, Saudi-Arabien und hin und her haben sich Beziehungen und Freundschaften gebildet.

01:28:03: Und wir sind mit!

01:28:05: Das prägt einen in vielerlei Hinsicht.

01:28:08: Es prägt einerseits weil er so eine Art Drollemodel ist im Sinne von nicht jeder und es hängt von vielen Dingen ab.

01:28:16: aber auch jemand der nichts hat kann sich was aufbauen.

01:28:22: Das geht in diesem Land und allein dafür liebt mein Vater Deutschland so sehr.

01:28:26: Und dazu gehören eben auch Werte, aber auch eine Arbeitsmoral.

01:28:31: Dazu gehört das Prinzip der Leistung und all das.

01:28:36: Auch nicht im Extrem.

01:28:39: Aber diese Ansätze haben wir schon stark vermittelt bekommen.

01:28:42: Diese kulturellen Ebenen, die dann dazukommen, machen es so schön festzustellen... dass wir doch mit anderen Kulturen so viele Gemeinsamkeiten haben.

01:28:57: Und ich will das auch gar nicht so durcheinander mischen oder sagen, oh ja am Ende sind wir alle gleich.

01:29:03: Nein!

01:29:03: Wir Menschen sind schon sehr unterschiedlich und wir glauben an unterschiedliche Dinge und manche glauben gar nicht an irgendetwas.

01:29:09: und das ist genau so in Ordnung und wir lieben unterschiedliche Menschen.

01:29:12: Das ist alles total okay, dass wir so unterschiedlich sind und gleichzeitig können wir trotzdem gemeinsame Nenner finden.

01:29:21: Das ist die Toleranz, die wir anderen gegenüber mitbringen.

01:29:24: Die mein Vater uns gelehrt hat und gesagt hat bis auf ich komme von wo ganz anders her Und ich komm aus der Wüste quasi und jetzt bin Ich hier in diesem Deutschland und ihr seid hier geboren und hier aufgewachsen.

01:29:36: das ist so toll und Alles was wir hier haben es Ist etwas wirklich Tolles und Gutes Was nach dieser schrecklichen Geschichte eben Glücklicherweise entstanden ist und der Wohlstand, der damit verbunden ist.

01:29:50: Aber der resultierte ja aus dieser Offenheit dann danach.

01:29:54: Also wir sind einer der größten Exportnationen in der Welt mit – ich weiß gar nicht wie vielen – über weit über hundert Ländern haben die Handelsbeziehungen also mit weit über der Hälfte aller Länder, die es auf dieser Welt gibt.

01:30:05: Das ist Deutschland.

01:30:07: Also das ist eine Art von Toleranz, Begegnung auf ökonomischer Ebene.

01:30:12: Die Wohlstandschaft und die uns dann doch wieder verbindet.

01:30:15: Und das symbolisiert mein Vater für mich.

01:30:30: Ein starkes Plädoyer!

01:30:32: Liebe Marie vielen Dank.

01:30:33: mir bleibt noch dreierlei.

01:30:36: Erstens der Podcast war schon zwei, drei Mal erwähnt aber nicht mit dem Namen heißt

01:30:41: Im Loop

01:30:43: ist gerade online gegangen mit der neuesten Folge, die heißt Klimawandel trifft Konjunktur.

01:30:49: Die Hitze zur wirtschaftlichen Belastung wird passt ganz gut zu heute.

01:30:54: Zweitens das Buch heißt Behind the News.

01:30:58: wie so navigierst du sicher zwischen Manipulation und Information gibt's Werbeblock auch gleich noch draußen am Dresden auch mit Mary gemeinsam.

01:31:10: Und drittens, ich darf im Namen der Villa Lessing herzlich noch zum Glas Wein oder einem anderen Kaltgetränk einladen und insbesondere dir liebe Marie vielen lieben Dank sagen.

01:31:23: Ich habe knadenlos überzogen.

01:31:24: Ich hoffe, der Hermann wird mir das nachsehen aber ich hab gemerkt es ist notwendig dass gewisse Themen ausgesprochen werden.

01:31:30: Das hast du uns mitgegeben.

01:31:32: deswegen viel lieben dank und schön dass du hier in der Villa lessing bist.

01:31:37: Danke dir sehr!

01:31:41: Ganz herzlichen Dank.

01:31:42: Danke!

01:31:51: Wer Verantwortung trägt, braucht Menschen die Klartext reden.

01:31:56: Im Impact Leaders Club treffen sich Unternehmerinnen und Unternehmer und Führungskräfte für ehrliche Gespräche und starke Verbindungen.

01:32:07: mehr über uns unter impactleaders.club.

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