Krise können – 7 Warnsignale, die Unternehmen gerne übersehen (#84)

Shownotes

Krisen kommen selten aus dem Nichts. Meist waren die Warnsignale längst da – sie wurden nur nicht als solche erkannt. Ein wichtiger Kunde beschwert sich zum dritten Mal. Überstunden werden zum Dauerzustand. Nach oben werden schlechte Nachrichten geschönt. Für komplexe Probleme finden wir plötzlich erstaunlich einfache Erklärungen. Und wenn es kritisch wird, entscheidet irgendwann der Rang statt derjenige, der wirklich Ahnung hat. Das Problem ist nicht, dass Unternehmen keine Warnsignale bekommen. Sie gewöhnen sich an sie. In dieser Folge von „Krise können“ geht es deshalb um sieben Warnsignale organisationaler Krisenblindheit. Grundlage ist ein Vortrag, den ich für die Universität des Saarlandes gehalten habe.

jetzt die neue Folge hören!

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00:00:02: Redest du noch oder wirkst du schon?

00:00:04: Ich bin Thorsten, Krisenmanager und Kommunikationsexperte.

00:00:08: Herzlich willkommen zu Kommunikation Macht Einfluss!

00:00:12: Der Podcast für alle die nicht länger drumrum reden möchten.

00:00:17: deshalb keine Show kein Plabla los geht's.

00:00:22: Wenn die Universität des Saarlandes ruft dann bin ich selbstverständlich da.

00:00:28: Ich freue mich sehr dass sich gerade hinter den Kulissen Eine Überarbeitung eines Studiengangs vornehmen darf, der lautet Unternehmenskommunikation und Rhetorik.

00:00:38: Das ist für mich insofern eine große Ehre weil es zurück geht zu den Wurzeln hin zur Uni an der ich studiert habe.

00:00:49: Die meisten wissen ja Ich hab danach auch beromoviert zwar nicht in Saarbrücken dafür aber in Flensburg an der Europa Universität.

00:00:58: Und als die Anfrage meiner Heimatuniversität kam, viele Grüße gerne raus an Norman habe ich natürlich direkt ja gesagt.

00:01:08: Natürlich helfe ich gerne und bin gerade hinter den Kulissen dabei Modulsertifikate aufzubauen.

00:01:17: also es wird zu meinem Steckenpferd zur Krisenkommunikation ein Modulzertifikat geben welches jeder Mitarbeiter eines Unternehmens, Führungskraftchef mit einem kleinen Ministudium.

00:01:37: Also dauert es dann ein Semester also drei Monate erwerben kann.

00:01:43: dieses Modulzertifikat startet im Sommersemester zwanzig siebenundzwanzig und ab November kann man sich für diese Zertifikate an der Universität des Saarlandes bewerben.

00:01:58: Im Vorfeld durfte ich schon mal einen Einblick geben in das, womit wir uns in diesem Modulzertifikat Krisenkommunikation auseinandersetzen.

00:02:10: Was heute in Kommunikation Macht-Einfluss zu hören ist, ist ein Ausschnitt aus dem Webinar an der Universität des Saarlandes zu den sieben Warnsignalen organisationaler Krisenblindheit.

00:02:27: Also welche Themen fallen immer und immer wieder im Alltag auf, ohne dass sie wirklich auffallen.

00:02:34: Und werden erst dann wuchtig wenn Sie zusammen treffen!

00:02:41: Ich habe dankenswerterweise meinen Part dazu aufzeichnen können und genau diesen Part hört ihr jetzt die Diskussion am Anschluss nicht mehr.

00:02:55: viel Spaß jetzt bei den Sieben Warnsignalen und der Signalen, die Krisen auslösen wenn Unternehmen sie nicht rechtzeitig erkennen.

00:03:09: Viel Spaß viel Freude und die nötigen Impulse dazu!

00:03:15: Und damit sind wir auch schon bei dem Thema was mir am Herzen liegt.

00:03:23: das ist anhand meiner Vita wie ich finde, ganz gut abzuleiten.

00:03:31: Denn ich habe was Kommunikation angeht ein paar Stationen hinter mir.

00:03:38: Ich hab eine Station hinter mir unmittelbar nach dem Abi als Ortsubi bei einer Bank.

00:03:45: Ich habe Bankaufmann gelernt und dort ja schon mal vermittelt bekommen, wie wichtig die Kommunikations ist weil wir damit ja Vertrauen aufbauen.

00:03:56: Und dieses Thema der Kommunikation im Bankwesen, finde ich ist heute noch relevanter als es damals der Fall war.

00:04:07: Ich bin dann nachdem ich der Empfehlung meiner Eltern gefolgt bin – nämlich Bub lehr was Anständiges.

00:04:16: Damals war der Bankaufmann etwas Anständiges.

00:04:19: Dann bin ich anschließend an die Uni.

00:04:22: Deswegen ist das jetzt für mich so ein bisschen zurück zu den Wurzeln.

00:04:26: Wenn wir gerade über einen Studiengang Unternehmenskommunikation und Rhetorik reden, dann überarbeiten wir gerade im Hintergrund.

00:04:35: Und wenn wir über Module reden die wir gerade am erstellen sind, die im Sommersemester an den Start gehen sollen also im Sommer semester siebenundzwanzig, dann ist es für mich ein Stück weit zurück zu dem Wurzel weil ich an der Universität des Saarlandes Informationswissenschaft studiert habe.

00:04:54: Und dort beschäftigte man sich damals, den Studiengang gibt es leider nicht mehr mit wie ziehe ich mir Informationen?

00:05:03: Wie bereite ich die Informationen auf?

00:05:06: Wie archiviere ich die Information und wie gebe ich die informationen weiter?

00:05:11: Das war so ein Stück weit Kommunikation im Alltag.

00:05:16: Ich habe eine Zeit hinter mir als Journalist.

00:05:20: Ich habe bei der Saarbrücker Zeitung noch eine konservative Regionalzeitung gesagt und habe dort insbesondere in der Sportredaktion gewirkt.

00:05:35: Es gibt mittlerweile einen Fußball-Bundesligisten, als der noch Dritte Liga war – also damals Regionalliga hab ich diesen Verein begleitet.

00:05:45: Ich war danach dann der FC Reporter und habe den Abstieg aus der zweiten Liga in die Oberliga mitgemacht, also ganz viel Krise als Journalist.

00:05:53: Und hab dann gewechselt nach München zur Abendzeitung bin also auf dem Boulevard gelandet und auf dem boulevard geht es ja darum möglichst harte und scharfe Überschriften zu machen damit man in München bei den Klauboxen die sie vielleicht kennen.

00:06:10: Die stehen ja so an den Esp- und U-Bahnhöfen, damit in der Stadt dass man dort mit einer großen Schlagzeile dann die potenziellen Leserinnen und Leser abfängt.

00:06:24: Und das was wir damals in München bei der Abenzeitung gelernt haben auch wie man Überschriften macht ist im Grunde nichts anderes als das was heute in sozialen Netzwerken passiert, weil dort ja auch die Kommunikation derart plakativ und einfach sein muss damit sie jemand liest.

00:06:46: Ich bin nach der Zeit in München bei der Abendzeitung dann zum ersten Mal im meinem Leben dem Lockruf einer Frau gefolgt nämlich als Frau Gramm-Karrenbauer damals anrief Sie war damals Kultusministerin im Saarland dann den Wechsel vorgenommen, bin zu ihr ins damalige Kultusministerium in die Pressestelle gewechselt und habe mit ihr dann die CDU allein Regierung dort mitgemacht.

00:07:13: Bin mit ihr gewechselts ins Sozialministerium zur Jamaika-Regierung, bin mit ihr in die Staatskanzlei gewechseltes als Regierungsprecher und hab dann dort die Jamaica Koalition mit aufgelöst.

00:07:26: Für die, die sich ein bisschen für die saarländische Geschichte interessieren.

00:07:30: Die wissen was danach kommt.

00:07:32: Schnelle Neuwahlen große Koalition also.

00:07:34: ich habe alle drei Kabinette von Frau Karrenbauer als Regierungssprecher mitgemacht.

00:07:41: Ich hatte irgendwann keinen Bock mehr auf das System öffentlicher Dienst und bin dann ganz bewusst ausgeschieden aus freien Stücken nach der Landtagswahl.

00:07:50: siebzehn Das heißt ich bin seit achtzehn in der Selbstständigkeit Und ich mache mittlerweile in diversen Unternehmen und Organisationen fast nur noch Krisenkommunikation.

00:08:04: Nicht immer ist es direkt schon die Krise, die da ist sondern das zeigt auch das Bild hier ganz gut.

00:08:13: Ich komme dann in Unternehmen rein wenn der Druck schon steigt Wenn Unternehmen merken oh verdammt!

00:08:20: Da kommt was auf uns zu.

00:08:23: Das können wir alleine nicht mehr stemmen.

00:08:26: Wir brauchen Unterstützung.

00:08:28: Insbesondere deshalb, weil gerade im Mittelstand – und ich bin großer Verfechter des Mittelstands und auch von Familienunternehmen, weil es dort gerade dort selten irgendeinen Beauftragte für Kommunikation gibt so nach dem salenischen Motto das Kinemark selber mache Und das funktioniert in der heutigen Zeit nur noch bedingt.

00:08:52: Ich gehe vielleicht noch einen Schritt weiter gar nicht mehr.

00:08:56: Deshalb ist die Frage, wie man unter Druck kommuniziert.

00:09:03: Eine bei der ich immer noch mal raten kann sich externe Expertise dazu zu holen weil man selbst dann in emotional schwierigen Situationen möglicherweise drinsteckt.

00:09:14: und jemand der von außen kommt und damit frei ist von Emotionen kann mit einem rationalen Blick viel besser diese neue Situation einordnen.

00:09:26: Ich bin in diversen Unternehmen und Organisationen unterwegs, darf vielleicht darauf verweisen dass dieser Brücker Zeitung vor drei vier Monaten glaubte meine Vita sei so spannend das sie darüber berichten müsse.

00:09:43: da stand so sinngemäße in der SZ getitelt die Krisen des Saarlandes sind sein Geschäft oder sowas eine Art.

00:09:53: Da standen auch ein paar Mandate, bei denen ich mit involviert war oder bin.

00:09:59: Und selbst reden sind das nur diejenigen über die ich reden darf.

00:10:03: Ansonsten gilt das höchste Gebot der Diskretion und der Loyalität.

00:10:09: Deswegen werde ich bei den nachfolgenden Warnsignalen, über die wir heute reden wollen, mich natürlich ein Stück weit anonym verhalten dürfen.

00:10:21: Das gehört zum Geschäft mit dazu.

00:10:27: Welche Warnsignale habe ich in der Vergangenheit ausgemacht?

00:10:35: und ich habe mir in der Vorbereitung auf heute insbesondere darüber Gedanken gemacht, erstens was kann ich aus der Praxis mitbringen?

00:10:47: Und zweitens Ich hab promoviert in der Medien- und Kommunikationswissenschaft Was kann ich aus der Wissenschaft mitbringen?

00:10:56: Und deshalb ist das, was ich unter den sieben Warnsignalen von organisationaler Krisenblindheit zusammengestellt habe eine Mischung aus Praxis.

00:11:08: Aus der Organisationsforschung, aus der, nennen wir es mal Entscheidungsforschungen und aus der Krisenforschung.

00:11:17: Meine Dissertation war auch schon so aufgebaut, dass es nicht nur um eine Fachdisziplin ging sondern ich habe eine Querschnittsarbeit geschrieben über die Algokratie wie Algorithmen, die Demokratiegefährden.

00:11:31: Damals sagte mein Doktorvater das war im Jahr zwei tausend neunzehn als sich die Verteidigung an der Europäuniversität in Flensburg hatte ein ganz ganz aktuelles Thema.

00:11:41: Jetzt sind wir sieben Jahre weiter und ich bin überzeugt, er würde immer noch sagen oh welch ein aktuelles Thema wie Algorithmen die Demokratie gefährden.

00:11:49: Und das kann man nicht nur eindimensional sehen.

00:11:53: Ich habe mich damals in dieser Arbeit mit der Soziologie auseinandergesetzt Mit der Psychologie aueinander gesetzt Mit der Medienwissenschaft Auseinander gesetzten.

00:12:01: so bin ich dann auch an die Sieben Wahnsignale Der Krisenblindheit will ich es mal nennen in Unternehmen rangegangen.

00:12:13: Wenn wir über sieben Themen reden, dann will ich mal ein Fenster teilen mit Ihnen und Euch und rufe gerade dieses Fenster auf.

00:12:36: Das soll uns ein Stück weit helfen das heutige Thema besser auch vor dem Auge einordnen zu können.

00:12:51: Also wir sehen hier sieben Warnsignale, die ich jetzt mal vorstellen möchte und zwar von links nach rechts.

00:13:02: Links es ist noch nichts passiert!

00:13:05: Wir reden in der Krisenkommunikation auch von das Ist eine latente Krisengefahr?

00:13:12: In der sind wir alle immer Und ganz rechts sehen wir, die Krise wird sichtbar.

00:13:22: Bedeutet ab.

00:13:23: hier nimmt jetzt die Öffentlichkeit auf und ab dann laufen die Mechanismen anders.

00:13:36: Denn wenn wir über Krisenkommunikation reden Dann dürfen wir uns als allererstes klar machen Was ist eine Krise?

00:13:49: Und bislang war das so, also ich will mal so zehn Jahre zurückgehen.

00:13:57: Wenn Sie das Gefühl hatten in einer Krise zu stecken dann waren sie in einer Krise.

00:14:07: Heute ist es so.

00:14:09: wenn es dort draußen auch nur einen gibt der sagt Sie haben eine Kriese Dann haben Sie eine Krisse Und es wird immer jemanden geben, der irgendetwas sagen kann.

00:14:22: Wenn ich in einem Krisenmanagement unterwegs bin, dann lege ich ganz großen Wert darauf – dass nie!

00:14:29: In der Zeitung steht das Unternehmen XY wollte sich dazu nicht äußern.

00:14:37: Wir äußeren uns immer.

00:14:40: Es geht nämlich in einer Krisensituation immer um die Deutungshoheit und die Deutsungshohe hat derjenige der sich als Erstes zum Thema äußert.

00:14:50: Derjenige, der als erstes das Thema setzt ist derjenige der das Thema vorgibt.

00:14:57: und vor dem Hintergrund gehen wir auf sieben Warnsignale ein von denen ich überzeugt bin dass Sie an der einen oder anderen Stelle ein solches Signal auch bei Ihnen im Unternehmen haben und zwar unabhängig davon, wie groß das Unternehmen ist.

00:15:18: Und in welcher Branche es unterwegs ist?

00:15:21: Ich bin in meiner Selbstständigkeit in keiner Branche doppelt drin.

00:15:27: Das ist ein Zufall.

00:15:29: also das ist nicht bewusst.

00:15:30: gesteuert bedeutet ich begleite derzeit einen Energieversorger eine Bank einen Handwerksbetrieb im Motorsport und so könnte ich das jetzt durchziehen.

00:15:47: Es gibt dafür keine logische Begründung außer es ist Zufall und deshalb kann ich sagen, es ist in allen Branchen gleich und ich habe Unternehmen mit nur ein Anführungszeichen zwölf Treizchen Mitarbeitern und ich habe Unternehmen mit bis zu viertausend Mitarbeiters, bei denen ich unterwegs bin.

00:16:09: Und überall sind die Warnsignale gleich wenn man in die Krise gerät und dann rückblickend guckt was ist denn irgendwann einmal passiert?

00:16:21: So!

00:16:22: Warn-Signal eins Es gibt kleine Störungen solche, ich will sie mal nennen, beinahe Fehler häufen sich.

00:16:34: Man könnte das festmachen an so was wie ein wichtiger Kunde beschwert sich gerade zum dritten Mal, zum gleichen Thema oder in Projekttermin wird wieder nur knapp eingehalten und das zum Wiederholten Male.

00:16:53: Oder eine Maschine fällt wiederholt kurz aus oder Rechnungen werden verspätet gestellt, weil ein großes Problem von vielen Unternehmen ist die Liquidität.

00:17:08: Oder ein wichtiger und guter Mitarbeiter, eine gute Mitarbeiterin deutet Unzufriedenheit an.

00:17:17: Jeder Einzelfall wird natürlich gelöst aber niemand betrachtet das Muster was dahinter steckt.

00:17:27: Es geht immer öfter gerade nochmal gut Das ist oft der Anfang.

00:17:36: Ein zweites Warnsignal, was ich Ihnen mitgeben kann isst man gewöhnt sich so langsam daran nämlich Man nimmt in Kauf das irgendwelche Abweichungen von der Norm normal werden.

00:17:54: also es verrutscht.

00:17:56: die Norm verrutscht und zwar hin zu Abweicherungen.

00:18:01: auch hier will ich ihnen ein paar Beispiele mit geben nämlich einen Krankenstand, der langsam steigt oder Zahlungsziele die wir regelmäßig reißen.

00:18:15: Oder die Quote an Reklamationen verschlechtert sich schleichend.

00:18:23: Oder Überstunden werden zum Dauerzustand.

00:18:29: Oder ein Schlüsselmitarbeiter kompensiert ständig irgendwelche Prozessfehler Ein Zeichen dafür, dass das System nicht funktioniert und es jemand mit seiner persönlichen Art- und Weise ausgleichen muss.

00:18:47: Oder anders formuliert – Das Unternehmen verschiebt unbemerkt die Grenze der Normalität Was uns früher nervös gemacht hätte finden wir inzwischen normal.

00:19:06: ein drittes Wahnsignal gerne immer wieder feststelle, ist das große Schweigen.

00:19:20: Und das betrifft insbesondere die Chefebene!

00:19:25: Ich sage das mal lapidar – Die ärmste Sau im Laden ist der Chef?

00:19:30: Weil dass es derjenige, der die Wahrheit nie in Gänze erfährt.

00:19:37: Das beobachte ich in der Tat auch in allen Unternehmen und allen Branchen zum Chef hoch kommt.

00:19:43: NEH DIE ganze Wahrheit Lieber, sagt die Führungsebene eins oder zwei.

00:19:49: Oder auch die Mitarbeiterebene im Geofix.

00:19:52: alle Projekte sind grün und nach dem Meeting aufm Flur erzählen sie sich dann untereinander gegenseitig uuuh eigentlich brennt es hier lichterloh.

00:20:04: Die Geschäftsführung erfährt von einem verärgerten Großkunden.

00:20:08: erst als die Kündigung des Großkundentrot Nach oben in der Hierarchie werden Nachrichten immer.

00:20:20: Geschönt!

00:20:23: Und das macht eine Situation so schwierig, dass Schweigen mit sie erfahren.

00:20:33: die Wahrheit noch aber später wird ich noch ein Stück weiterfassen mit meistens viel zu spät.

00:20:43: Ein viertes Warnsignal aus der Praxis heraus ist die Deutung eines Themas nämlich Wenn der Umsatz singt, begründen wir es mit der Konjunktur.

00:21:02: Oder wenn Bewerber fehlen dann reden wir gerne von der Generation Z. oder Der Kunde geht?

00:21:12: Neuer!

00:21:14: Eht zu teuer.

00:21:16: Oder Mitarbeiter kündigen und wir sagen ja gut die haben eh nicht zu uns gepasst.

00:21:23: eine Vermeintlich plausibler Erklärung wird zur Gewissheit, bevor wir überhaupt Alternativen geprüft haben.

00:21:30: Es ist einfach und schnell dahergesagt für ein kompliziertes Problem haben plötzlich alle eine sehr einfache Erklärungen.

00:21:39: dann sollten sie Obacht geben wenn ein kompliziertes Problem ansteht und machen wir uns nichts vor in den Zeiten in denen wir unterwegs sind in denen wirklich alles mit allem zusammenhängt sind Probleme komplex geworden und dort gibt es nie eine einfache Erklärung darauf.

00:22:01: In Klammern, da ich ja aus der politischen Kommunikation komme das ist für meine Begriffe die größte Herausforderung, die eine Regierung egal ob Land oder Bund gerade hat weil die Probleme derart komplexgeworden sind dass es nie Eine einfache erklärung geben kann.

00:22:21: Die fünfte Phase in einer solchen organisationalen Krisenblindheit habe ich die Verengung genannt.

00:22:34: Verengungen.

00:22:34: damit ist ein Stück weit gemeint, es werden immer weniger Köpfe, die zu einem Thema gehört werden und mitreden dürfen.

00:22:46: unter einer möglichen Bedrohungssituation verengt sich der Entscheidungsraum.

00:22:51: das ist immer so.

00:22:54: Ich erinnere mich noch ganz gut an einen Unternehmen in der Eifel.

00:23:00: Dieses Unternehmen in der Eiffel hatte im Jahr zwanzig-einundzwanzig die größte Krise in der Unternehmensgeschichte, weil damals Sie erinnern sich wir waren mitten in der Pandemie es darum ging wie stellen werden fest ob jemand infiziert ist oder nicht?

00:23:18: Dieses Unternehmen an der Eife hatte die geniale Idee Wir stellen Tests her und diese Tests wurden damals über eine Nahversorgung großartig verteilt.

00:23:33: Dieses Unternehmen hatte einen Nord- und Südsitz, dann wissen Sie sicherlich wo man gut einkaufen kann zu günstigen Preisen.

00:23:43: Und dieses Unternehmen in der Eifel hat diese Tests verkauft über den besagten Dritten Und man konnte sich damals dann ein eigenes Zertifikat ausstellen.

00:23:59: Das heißt, man musste sich auf einer Plattform anmelden und hat dann seinen Namen eingegeben und das Testergebnis und konnte sich selbst dieses Zertifikat ausstellen.

00:24:11: So ging im Übrigen in Deutschland die Testerei los.

00:24:16: Wir hatten damals die Situation dass es bei diesem Unternehmen in der Eifel was normalerweise in der Farmerindustrie zu Hause ist die immer unter dem Radar geflogen sind und nie mit der Öffentlichkeit zu tun hatten, dass es dort einen Datenlick gab.

00:24:34: Also alle vierzig bis fünfzigtausend Daten, die auf der Plattform schon gespeichert waren, waren irgendwann frei zugänglich.

00:24:41: Unser Job war es diese Krise im Unternehmen schnellstmöglich nochmal in den Normalzustand zu bringen.

00:24:52: So jetzt komme ich zu dem Thema Verengung.

00:24:55: Dieses Unternehmen hat dreieinhalbfünfzig Mitarbeiter damals gehabt, an der Spitze der Geschäftsführer.

00:25:00: Vier Abteilungsleiter und darunter die Unternehmer... äh ...die Mitarbeiter, Entschuldigung!

00:25:06: Und in diesem Haus hat nur noch einer gesprochen wenn er überhaupt gesprochen hat und eine Entscheidung getroffen und das war der Geschäftssührer.

00:25:17: Alle anderen waren raus.

00:25:19: Je unübersichtlicher die Lage wird, desto kleiner wird der Kreis derer, die noch mitdenken dürfen.

00:25:26: Das ist hochgefährlich.

00:25:31: Nämlich genau dann, wenn mehr Perspektive nötig wären.

00:25:38: werden weniger zugelassen Dann wird es im Unternehmen kritisch.

00:25:46: Wenn wir in einer solchen Phase schon drin sind Ist ein weiteres Warnsignal das da bald was kommen könnte.

00:25:55: Ich habe das genannt die Phase des Festhaltens.

00:26:01: Ein neues Produkt funktioniert nicht, also geben wir noch mehr Marketingbudget rein.

00:26:07: Oder eine Software-Einführung scheitert, also verlängern wir das Projekt und weitere sechs Monate oder eine Führungskraft funktioniert nicht so wie man es vorstellt, also gibt's noch ein Coaching oder eine Investition enttäuscht, also gibts weiteres Kapital nach dem Motto Jetzt haben wir schon so viel investiert.

00:26:37: Das Verrückte ist, je schlechter es läuft, desto entschlossener gehts weiter.

00:26:44: Dieses verstärkte Festhalten am bisherigen Kurs ist ein gern gesehenes Warnsignal denn in der Phase ist vielleicht schon eine Art Betriebsblindheit eingetreten Und ich kann nicht mehr sehen, was um mich herum passiert.

00:27:05: Ich kann gerade nicht einordnen wieso und weshalb warum eine Entwicklung wie stattfindet.

00:27:17: Ganz kritisch wird es wenn – das ist mein siebtes Wahnsignal – die Hierarchie greift!

00:27:27: Das will ich vorausschicken.

00:27:29: ganz großer Freund einer sauberen Hierarchien in Unternehmen.

00:27:34: Ich war mal in einem IT-Systemhaus, also wenn ich ein IT- Systemhaus sage dann ist schonmal klar ganz viele IT-ler inklamant Nerds.

00:27:46: Hundertfünfzig Mitarbeiter und die waren ganz stolz dass sie eine flache Hieraschie haben Als es dort zum Schwur kam habe ich gefragt naja Wenn diese Meldung jetzt reinkommt wer kümmert sich denn dann darum?

00:28:03: Und dann war die Antwort aus dem Team, naja derjenige, der das als erstes bei Teams liest.

00:28:11: Herzlichen Glückwunsch!

00:28:12: Was wenn der gerade aufs Klo muss?

00:28:16: In einer solchen Situation mussten die Hierarchie her.

00:28:24: aber wir müssen aufpassen dass wir in solchen Situationen nicht die Expertise in unserem Unternehmen verdrängen durch die Hierarchy also wie zum Beispiel der Vorstand erklärt dem Vertrieb den Kunden oder die Zentrale erklärt der Niederlassung vor Ort den Markt, oder der Chef entscheidet über einen technischen Sachverhalt obwohl ein Spezialist Bedenken äußert.

00:28:58: In der Regel ist es ja auch so in Meetings spricht der Ranghöchste zuerst und danach orientiert sich die Diskussion immer an seiner Position.

00:29:11: Im Zweifel gewinnt der Rang und nicht das Wissen.

00:29:15: Dann sollte die Ampel auf rot schalten und die Alarmglocke läuten, denn in dieser Situation ist klar jetzt geht hier gehörig was Schief!

00:29:27: Bei komplexen Entscheidungen nämlich lautet die Frage zuerst wer weiß darüber hier im Hause am besten Bescheid?

00:29:39: Ich kann das aus eigener Erfahrung aus den Zeiten in der Staatskanzlei sagen, wir hatten ja... also wir haben in der Saarländischen Landesverwaltung vierundzwanzigtausend Beschäftigte.

00:29:51: Davon sind achtzig in der Staatskanzlei.

00:29:54: es ist die kleinste Staatskenzlei in Deutschland, ich füge mal hinzu zu Recht und diese Kleinste StaatsKanzlei war zu meiner Zeit dort eine schlagkräftige Truppe, zu meinerzeit deshalb weil da konnte ich das beurteilen heute nicht.

00:30:11: Die Ministerpräsidentin hat gerne mal einen Mitarbeiter direkt zu sich gerufen, um einen Sachverhalt besser zu verstehen.

00:30:20: Und selbstverständlich haben wir den Dienstweg eingehalten und auch den Vorgesetzten informiert.

00:30:24: aber die hat gerne einmal Mitarbeiter ins Büro gerufen und ich weiß dass danach es Regierungschefs gab, die das nicht mehr gemacht haben weil was soll ich denn mit einem Mitarbeiter reden?

00:30:38: Hirashi verdrängt relevante Expertise.

00:30:41: Das ist ein siebtes Warnsignal bei Krisenblindheit.

00:30:48: Diese sieben Warn-Signale erlebe ich im Alltag immer wieder.

00:30:54: und damit wir jetzt nicht nur Negatives hören, würde ich gerne zum Abschluss drei ganz konkrete Maßnahmen mitgeben.

00:31:04: also zum einen schon mal als Präambel vor rausgeschickt Peter Müller, den wir im Saarland alle kennen als ehemaliger Ministerpräsident und späterer Bundesverfassungsrichter.

00:31:20: Drei Sachen gelernt erstens alles hängt mit allem zusammen.

00:31:27: das gilt auch für diese sieben Warnsignale.

00:31:29: die lassen sich nie getrennt voneinander betrachten sondern je mehr dieser Wahnsignale eintreten umso größer ist die Chance dass die Krise sichtbar wird.

00:31:41: Zum Zweiten entscheidend ist, was hinten rauskommt.

00:31:46: Das habe ich auch von ihm gelernt und das will ich auch hier übersetzen Denn wie wir diese Krise managen ist erst einmal zweitrangig.

00:31:54: Hauptsache ist dass das Ungeheuer von Loch Nest, das plötzlich auftaucht schnellstmöglich wieder verschwindet.

00:32:01: Und das dritte was sich von Peder gelernt haben ist alles nicht so schlimm wie verheiratet oder anders formuliert, also wie lässt sich das auf sieben Warnsignal in der Krise übertragen?

00:32:14: Manchmal muss man auch ein Stück weit was aushalten können.

00:32:18: Also auch morgen geht die Sonne wieder auf ziemlich sicher.

00:32:22: Nichtsdestotrotz drei konkrete Maßnahmen weil man aus der Psychologie weiß dass Kurzzeitgedächtnis kann sich insbesondere drei Themen gut merken.

00:32:38: Diese sieben Warnsignale führen dazu, dass ich in Unternehmen gerne folgende drei Maßnahmen mitgebe.

00:32:51: erstens das ist die schnellen Sie mal die beinahe Frage.

00:32:56: Die Frage nach dem Beinar.

00:32:58: also was ist uns in dieser Woche gerade nochmal gut gegangen?

00:33:05: Was hätte beinahe passieren können?

00:33:08: Das nämlich verändert den Blick von Fehlern auf schwache Signale.

00:33:16: Des Zweite ist, ich nenn's mal die unangenehme Frage, nämlich insbesondere als Führungskraft- oder Chef was müsste ich wissen, was ich wahrscheinlich nicht gerne höre?

00:33:34: Vorsicht dabei!

00:33:36: Die Frage funktioniert nur wenn die Führungskraft anschließend nicht den Überbringer bestraft.

00:33:44: Das wissen Sie, es wird ja immer der Überbringer der Botschaft geköpft.

00:33:51: und drittens – Der Chef spricht zuletzt!

00:33:58: Insbesondere bei wichtigen Entscheidungen schildern zuerst diejenigen ihrer Einschätzung, die näher am Sachverhalt dran sind also diejenigen, die die größte Expertise im Unternehmen haben.

00:34:11: Der ranghöchste spricht dann zuletzt.

00:34:15: Das ist sowas von simpel und verhindert zumindest, dass die erste Aussage sofort zum Anker der Diskussion wird.

00:34:26: Aber ich weiß aus eigener Erfahrung heraus alle sitzen im Raum und warten das der Chef eröffnet.

00:34:33: Das umzustellen hat auch ein Stück weit was mit Kultur zu tun ist aber für meine Begriffe ein gutes Mittel Um die Expertise im Haus, die es ja zweifellos gibt.

00:34:49: Sonst hätten sie den Mitarbeiter ja nicht eingestellt um diese Expertise auch zu heben.

00:34:55: also die Beinahefrage Die unangenehme Frage und der Chef spricht zuletzt zum Thema Krisenkommunikation.

00:35:06: kann man ja ganze Module und ganze Studiengänge füllen.

00:35:11: das machen wir an der Universität des Saarlandes gerade hinter den Kulissen.

00:35:16: Das, was wir jetzt und heute hier besprechen konnten ist ja nur ein ganz kleiner Ausriss aus dem, was in Krisensituationen immer mal wieder und gerne passiert.

00:35:29: Und aus der Praxis in Kombination mit der Wissenschaft heraus sind das die sieben Warnsignale, die ich zusammengestellt habe – Ich hab dazu keine Doktorarbeit geschrieben und die wissenschaftlich nicht bis ins letzte Detail untersucht.

00:35:45: Aber ich kann sagen, in der Praxis läuft es genauso und so simpel sich diese Themen auch anhören.

00:35:54: So simple sind die auch!

00:35:55: Und weil sie simpel sind gehen Sie uns im Alltag gerne mal durch heute hier zu sensibilisieren für genau diese Themen.

00:36:05: das war mein Ziel.

00:36:06: man muss ja nicht immer ein einer solchen Runde was neues dazu lernen.

00:36:12: manchmal reicht ja auch eine Bestätigung zu bekommen.

00:36:15: Wenn eines von beiden heute eingetreten ist, dann war diese Zeit die sie heute investiert haben eine gut investierte.

00:36:24: Deshalb sage ich mal bis hierhin vielen lieben Dank fürs dabei sein.

00:36:30: an einem der letzten Sommerabende in diesem Jahr sind Sie lieber hier und beschäftigen sich mit Warnsignalen.

00:36:37: das freut mich sehr weil ich über das Thema gerne rede.

00:36:39: was mir ändert hat es sehr am Herzen liegt.

00:36:42: also vielen dank dafür.

00:36:44: Wer Verantwortung trägt, braucht Menschen die Klartext reden.

00:36:49: Im Impact Leaders Club treffen sich Unternehmerinnen und Unternehmer und Führungskräfte für ehrliche Gespräche und starke Verbindungen.

00:37:00: mehr über uns unter impactleaders.club.

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